Boa Hancock

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.05.2010 Beiträge: 160 Wohnort: Hann. Münden
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Verfasst am: 30.07.2010, 18:59 Titel: Lamento I-VII |
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I
Ich habe mir alles genommen, mich selbst darum
gebracht
Kein Raubtier vermag solche Wunden zu schlagen und
so zu verstümmeln wie ich. Mein Glück ist unwieder-
bringlich verloren. Zerfetzt.
Das Schöne, Gute und Klare in meinem Unleben existiert
nicht mehr.
Doch bin ich schuldlos an dem, was ich tat.
Denn mein Handeln unterlag nicht meiner Kontrolle.
Mein Wesen veränderte sich zweifach, mit jedem meiner
Tode.
Aber ich kenn die Frau, die Verantwortliche, die wahre
Täterin, die mich zum Opfer dieser Mächte werden ließ,
anstatt mich davor zu bewahren.
Jetzt habe ich sie gefunden.
Endlich gefunden!
Und ich werde ihr rauben, was ihr am Herzen liegt, damit
sie mein Leid nachempfindet!
Bevor ich auch sie auslösche...
II
"Denn alles, was ensteht,
ist wert, dass es zugrunde geht."
Weise Worte, Mephisto. Weise Worte.
Doch wenn es wieder entsteht?
Und wieder?
Was sagst du dann, Mephisto?
Unheilige Renaissance, ausgekotzt von der Hölle,
unfähig, sich selbst zu begegnen.
Den Verstand zu bewahren.
Ach, ihr Schatten, du Dunkelheit!
Wär' ich dazu bereit
mein Leben zu geben -
wer würd' es nehmen?
Niemand will es,
vergeudet ist es.
Tue mir Leid, so leid,
und wär' so gern
befreit.
III
Immer
ergreift das Schicksal diejenigen,
welche hinten laufen.
Immer
packt das Unrecht diejenigen,
welche die Wahrheit sagen.
Immer
zerreißt der Zorn Gottes diejenigen,
welche freundlich leben und niemanden etwas tun.
Immer
gewährt die Hure Glück
den Falschen
ihre
Gunst.
So rate ich dir:
Sei du Schicksal, sei Unrecht, sei Zorn Gottes
und mach dir die Hure zu Willen!
Und du wirst herrschen.
Es macht den Schmerz erträglicher.
IV
Die Lieb' ist ein zerblich' Ding.
So hab ich es zerbrochen.
Geborsten gar, das Blut spritzt hin,
weiß schimmern all die Knochen.
Die Lieb' ist gleich dem Mädchenleib:
zart, fein und doch verdorben,
die Zähne in den Hals ich treib
die Lieb' ist schreiend gestorben.
Die Lieb' ist fern, weit weg von mir,
wohnt nicht mehr in meinem Herzen.
In mir tobt laut ein wildes Tier,
bringt anderen Leid und Schmerzen.
Die Lieb'...
V
Abend
kommt mir
gelegen. Bringt meinen
Morgen, meine Auferstehung von den
Toten
Untot
ist das
falsche Wort. Lebensjäger,
Seelenneider, Herzschlagsucher, Blutsäufer und
Nicht-Mensch.
Macht
besitze ich.
Sie nützt mir
wenig: machtlos gegen Liebe.
Ausgeliefertsein.
Er
war Leben.
Er war Liebe,
Verständnis, Rückhalt, Vertrauen, alles
gewesen.
VI
Will nicht
leben,
will nicht
sterben.
Will doch
töten
und
will doch
lieben.
Monstrum.
Abwesenheit von Licht,
tiefste Dunkelheit.
Sie gebietet
Furcht und Stille.
Der kleinste Schimmer
weckt die Hoffnung,
lockt die Seele
und vespricht Geborgenheit. Sicherheit.
Lauf, Mensch, Lauf zum Schimmer!
Es sind meine
Augen...
Gäbe es einen Himmel,
ich würde ihn in Brand stecken.
Gäbe es Engel,
ich würde ihnen die Flügel ausreißen.
Gäbe es einen Gott,
würde ich ihn töten
VII
Welchen
Sinn macht
alles? Die Liebe kann
es nicht sein. Sie
vergeht.
Ich
habe nur
ein Leben. Leider
ist es viel zu
lang.
Am Ende erkannte ich,
dass ich auch schuldig bin.
Warum habe ich meine Existenz nicht besser genutzt?
Ich habe mich viel zu leicht zu dem Leben hinreißen
lassen,
das ich geführt habe.
Verführt. Mit offenen Augen.
Doch vielleicht... vielleicht gibt es einen Weg, ein wenig
Schaden wiedergutzumachen.
Das ist das Gute an uns Schizophrenen: Wir können alles
tun und es immer auf ein anderes Ich schieben.
Ganz egal, ob es existiert. _________________ What should I wish from life?
My trembling heart tears apart
Ah, I can’t help but want to live
Stolzes Mitglied des Azuma-Clans
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