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Tauchreisen - Dunraven und Thistlegorm



 
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InuKy
Gast






BeitragVerfasst am: 27.02.2009, 12:19    Titel: Tauchreisen - Dunraven und Thistlegorm Antworten mit Zitat

Da mir Jule und Sam zu Weihnachten das Buch Die besten Wracktauchplätze der Welt geschenkt haben und ich in Ägypten schon 7 Wracks betaucht habe, dachte ich mir, ich stelle euch mal die 7 Wracks vor. Ich stell sie euch in der Reihenfolge vor, in der ich sie betaucht habe. Die 7 Wracks waren die Dunraven, die Thistlegorm, die Salem Express, die Ghiannis D., die Carnatic, die Al Mina und die Excalibur. Alle sind im Roten Meer gesunken und sehenswert. Obwohl eigentlich die Thistlegorm der ausschlaggebende Punkt war, dass ich mit dem Tauchen angefangen habe, finde ich den Sport Tauchen an sich mittlerweile einfach schön. Um euch zu zeigen, warum mich mittlerweile auch Wracks interessieren, möchte ich nun anfangen, euch die Wracks zu präsentieren. Hoffentlich findet ihr Gefallen daran =)
Und gleich vorweg: Ich habe die Berichte nicht selber geschrieben. Ich kann mich nämlich nicht mehr wirklich an die Einzelheiten erinnern. Die Berichte sind entweder aus dem Internet oder aus dem Buch. Aber damit es nicht zu viel auf einmal wird, stelle ich euch erstmal nur die Dunraven und die Thistlegorm vor.

Dunraven

Typ: Frachtschiff
Nationalität: englisch
Baujahr: 1873
gesunken am: 1876
Ursache: Kollision mit dem Riff
Ort: Sha´ab Mahmut / Beacon Rock
min. Tiefe: 15 Meter
max. Tiefe: 29,5 Meter
Länge: 85 Meter

Beacon Rock ist ein kleines, teilweise über die Wasseroberfläche ragendes Riff, welches 6,9 Meilen westlich von Ras Mohammed liegt und einen kleinen Leuchtturm besitzt, der den südlichsten Punkt von Sha´ab Mahmud markiert. Hier sank im Jahr 1876 das englische Frachtschiff Dunraven, welches über einen gemischten Antrieb verfügte und 1873 von der Schiffswerft Mitchell & C. gebaut worden war, auf seinem Weg nach Bombay.
Das Wrack, welches umgekehrt und in zwei Teile getrennt in einer Tiefe zwischen 15 und 29,5 Metern liegt, wurde erst 1977 vom Geologen Arye Keller und vom Unterwasserkameramann Howard Rosenstein entdeckt. Die Dunraven war Thema eines erinnerungswürdigen BBC-Dokumentarfilms aus dem Jahr 1979 und wurde daraufhin ein klassischer Tauchplatz. Da die aus Holz und Baumwollballen bestehende Fracht während des Schiffbruchs verloren ging und das Schiff Feuer fing, präsentiert sich das Wrack heute als eine große, beinahe leere Höhle, in welche man durch drei Hauptöffnungen auf dem Heck, dem mittleren Abschnitt und dem Bug vorstößt.
Der Tauchgang beginnt am Heck, welches der am tiefsten liegende Teil des Wracks ist und wo man einige Krokodilfische beobachten kann. Nachdem man einige Dutzend Meter im Inneren des mit großen Zackenbarschen, Feuerfischen, Skorpionsfischen und Glasfischschwärmen besiedelten Schiffsrumpfes zurückgelegt hat, ist es ratsam, das Schiff durch die mittlere, auf der Höhe des Maschinenraumes gelegene Öffnung zu verlassen, um von außen den Bug und vor allem den an Leben reichen, nahen Korallengarten erforschen zu können.







Thistlegorm

Typ: Militärfrachter
Nationalität: englisch
Baujahr: 1940
gesunken am: 06.10.1941
Ursache: Bombenangriff
Ort: Straße von Gubal / Sha´ab Ali
min. Tiefe: 14 Meter
max. Tiefe: 32 Meter
Länge: 136 Meter

Der Frachter Thistlegorm (was auf Gälisch Blaue Distel bedeutet) wurde am 9. April 1940 in Sunderland bei der Werft Joseph L. Thomson & Sons vom Stapel gelassen. Sein Drei-Zylinder-Motor leistete 2000 PS und beschleunigte das Schiff auf mehr als zehn Knoten. Die Thistlegorm war 136 Meter lang, 18 Meter breit und verdrängte 9000 Tonnen. Während des Krieges wurde sie von der Royal British Navy requiriert, um militärische Fracht zu transportieren. Zu diesem Zweck wurde das Schiff mit einer Kanone und zwei Maschinengewehren ausgestattet.
Im September 1941 befand sich die Thistlegorm auf ihrer vierten Mission von Glasgow nach Nordafrika, wo Montgomery einen heftigen Angriff auf die deutschen Truppen unter General Rommel startete. Die Ladung bestand aus zahlreichen Jeeps und Fahrzeugen der Marke Morris, schweren Bedford-Lastern, vielen Motorrädern der Marken BSA und Norton, zwei Panzern, zwei Lokomotiven mit Wagons, Flugzeugtragflächen, Gewehren, Stiefeln, Uniformen und Munition.
Zielhafen war Alexandria in Ägypten. Zu diesem Zeitpunkt war das Mittelmeer fest in deutscher und italienscher Hand und U-Boote lauerten auf leichte Beute. Um diese Gefahr zu umgehen, sollte die Thistlegorm Afrika umqueren und durch den Suezkanal fahren. Als sie in der Straße von Gubal ankam, warteten dort bereits mehrere alliierte Schiffe darauf, dass der Kanal von Minen und einem untergegangenen Schiff auf der Mittelmeerseite geräumt wurde. Die Besatzung erhielt daher den befehl, den Anker zu werfen.
In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 1941 sichtete ein Geschwader deutscher Heinkel-Bomber, die auf Kreta stationiert waren, den Konvoi und warf Bomben ab. Zwei Treffer lösten im Laderaum 4 (angeblich war es der Laderaum mit der Munition) eine gewaltige Explosion aus, rissen den Bug auf und ließen das Schiff sinken. Dabei starben 9 der 49 Besatzungsmitglieder.
Das Wrack der Thistlegorm liegt südöstlich von Sha´ab Ali, einer Abfolge von Korallenformationen und Lagunen, die ein zehn Meilen langes und drei Meilen breites Areal am südlichen Eingang zum Golf von Suez umfasst. Der Rumpf ruht aufrecht auf dem Sandboden in 32 Meter Tiefe, die Aufbauten reichen bis 14 Meter unter der Oberfläche.
Jacques Yves Cousteau entdeckte und dokumentierte bei einer seiner Expeditionen mit der Calypso das Wrack im Jahre 1956, rund 15 Jahre nach der Versenkung. Seither haben Tausende von Tauchern die Überreste der Thistlegorm betaucht.
Heute ist der Stahlrumpf vollständig von Korallen bedeckt und zahllose Fische haben das künstliche Riff zu ihrer Heimat auserkoren. Von Sharm el Sheikh aus kann man den Tauchplatz problemlos erreichen. Da der Frachter recht groß ist, sollte man wenigstens zwei Tauchgänge einplanen, um sich einen Eindruck vom ganzen Schiff und seiner vielfältigen Ladung zu verschaffen. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich, an den Aufbauten eine Führungsleine zum Auf- und Absteigen zu befestigen. Die Stärke und die Richtung der Strömung können sich binnen Minuten ändern und Taucher weit abdriften lassen.
Beim ersten Tauchgang untersucht man das Äußere des Wracks, wobei man vom Bug aus startet. Auf dem Deck fallen gleich die großen Ankerwinden mit ihren dicken Ketten auf. Der Backbordanker hängt noch an der Bordwand, der Anker auf der anderen Seite liegt 70 Meter vom Bug entfernt auf dem Grund.
In Richtung Heck stehen zwei gepanzerte Fahrzeuge, in deren nähe sich Schwärme von Fledermausfischen aufhalten. Der Hauptmast ist abgeknickt und auf das Deck gefallen. Zu beiden Seiten sind kleine torpedoartige Geschosse zum Minenräumen befestigt. Ein Trupp großer Barrakudas zieht meist an der Backbordseite entlang, wo die Strömung normalerweise am stärksten ist. Unter der Wasseroberfläche lauern Stachelmakrelen und Brassen, das Maul in die Strömung gerichtet auf vorbeikommende Füsiliere wartend.
Neben der Öffnung zum zweiten Laderaum stehen zwei Eisenbahnwagons unter einem dichten Mantel aus Weich- und Hartkorallen. Die Brücke ist völlig unpassierbar, aber außen entlang führt ein beeindruckender Gang, in dem viele Falterfische umherschwimmen. Hinter einer verbogenen Metallüberdachung, auf der sich für gewöhnlich einige Plattköpfe aufhalten, kommt man zu der Stelle, an der die Bomben explodierten. Der Rumpf ist abgetrennt und liegt leicht nach Backbord geneigt 15 Meter vom restlichen Wrack entfernt.
Hier gibt es sehr viel Interessantes zu entdecken: Mitten zwischen den Trümmern auf dem Meeresboden stehen zwei Panzer, über den Halterfische mit ihren langen gelb, schwarz und weiß gestreiften Flossen kreisen. Zwanzig Meter von der Backbordseite entfernt steht eine der beiden Lokomotiven. Einige Papageienfische brechen mit ihren kräftigen Kiefern Hartkorallen von ihr ab. Der Dampfkessel ist zu einem Zuhause für Tausende von Glasfischen geworden.
Der bunteste Wrackteil ist sicherlich das Heck. Große Weichkorallen hängen von den Eisenträgern. Zwischen ihnen schießen blitzschnell Wolken von silberglänzenden Glasfischen herum. Neugierige Kaiserfische schwimmen auf die Taucher zu und noch viele andere Fischarten zeigen ihre Farbenpracht. Auf den Schiffswänden gedeihen große Anemonen, die von Clownfischen bewohnt werden.
Auf dem Oberdeck bieten die schweren Geschütze einen idealen Untergrund für Hart- und Weichkorallen. Hier ist das Reich der Zackenbarsche. Mehrere prächtige Malabar-Zackenbarsche kommen herbei, und wenn die Strömung gering ist, kann man sogar einem zwei Meter langen und bis zu 300 Kilogramm schweren Riesenzackenbarsch begegnen.
Der zweite Tauchgang führt zu den Laderäumen, für deren Besichtigung man eine starke Unterwasserlampe braucht. Man beginnt am Bug und schwimmt in den ersten Frachtraum, in dessen unterem Teil große Reifen, Feldgeneratoren, Schlauchboote, Gewehrkisten und Teile von Flugzeugrümpfen lagern. Auf dem Oberdeck befinden sich einige gut erhaltene Fahrzeuge der Marke Morris und BSA-Motorräder. Die Motorräder waren extra für lange Touren auf den Pisten in Nordafrika konzipiert worden. Leider sind aus diesem Teil es Schiffes viele Gegenstände als Souvenir entwendet worden.
Im unteren Abschnitt des zweiten Laderaums stehen auf Lastwagen weitere Motorräder. Alle Fahrzeuge sind in einem sehr guten Zustand und die Atmosphäre ist hier besonders faszinierend. In dem schmalen Gang, der die beiden Frachträume verbindet, reihen sich reifenlose Jeeps aneinander. Bei fast allen von ihnen sind sogar die Windschutzscheiben noch intakt. In den beiden folgenden Laderäumen stapeln sich Bomben und Geschosse aller möglichen Kaliber und anderes Material.
Abgesehen von ein paar Zackenbarschen und einigen Schwärmen von Glasfischen trifft man in den Laderäumen kaum auf Fische. Zum Schluss noch ein Appell an alle Besucher der Thistlegorm: Bitte widerstehen Sie der Versuchung, ein Souvenir aus dem Wrack mitzunehmen! Es wäre eine Entweihung dieser historischen Stätte, die uns allen gehört.



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Tags
Reise, Weihnachten

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