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Reisen mit der Bahn



 
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 15.09.2008, 16:36    Titel: Reisen mit der Bahn Antworten mit Zitat

Joa, da ich ja so gut wie jeden Tag mit der Bahn unterwegs bin, dachte ich mir einfach, dass ich das hier mal aufmache =)
Denn man kann schon jeden Tag etwas mit der Bahn erleben.
Sei es was lustiges, ernstes, trauriges oder sonst irgendein Erlebnis.
Wenn ihr Bahn gefahren seit (damit mein ich jetzt eigentlich speziell die Deutsche Bahn xD), dann könnt ihr hier eure Berichte reinschreiben.
Haut in die Tasten xD
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 14.10.2009, 16:49    Titel: Antworten mit Zitat

Bewaffnete Gruppe attackiert Fahrgäste

Zwei Menschen warten im sachsen-anhaltinischen Teuchern am Busbahnhof, wollen nach Hause fahren. Dann werden sie überfallen: Rund 20 Angreifer stürzen sich auf die Wehrlosen. Ein weiterer Vorfall extremer Gewalt nach den Verbrechen in München und Frankfurt.

Teuchern - Wieder ein brutaler Überfall auf Fahrgäste: Eine Gruppe von etwa 20 Angreifern hat in Sachsen-Anhalt einen 27 Jahre alten Mann und vier 17-jährige Jugendliche brutal zusammengeschlagen. Nach Angaben der Polizei vom Sonntag warteten die Opfer in der Nacht zum Samstag am Busbahnhof von Teuchern, als etwa 15 bis 20 Täter auf sie zukamen und ihnen Pfefferspray ins Gesicht sprühten.

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Anschließend schlugen die Angreifer vermutlich mit Stöcken und Baseballschlägern auf die wehrlosen Menschen ein. Die Opfer erlitten Augenreizungen und Rückenverletzungen. Alle waren am Sonntag nach ärztlicher Versorgung wieder zu Hause, müssen laut Polizei aber weiter ambulant behandelt werden.

Die Polizei hat fünf Tatverdächtige im Alter zwischen 16 und 25 Jahren ermittelt. "Die mutmaßlichen Angreifer schweigen bisher zu den Tatvorwürfen", sagte Polizeisprecher Siegfried Koch. Das Motiv für den Überfall ist noch ungeklärt. "Bisher können wir nur ein ausländerfeindliches Motiv ausschließen, weil alle Opfer Deutsche sind."

Nach bisherigen Ermittlungen kannten die Angreifer ihre Opfer nicht. "Wir gehen von einer völlig willkürlichen Auswahl der Opfer aus." Von den Tatwaffen fehle bisher jede Spur. "Wir konzentrieren uns derzeit darauf, weitere Tatverdächtige zu ermitteln."

Der Überfall von Teuchern reiht sich in eine Serie von ähnlichen Fällen der vergangenen Monate ein. In München hatte sich am 12. September der 50 Jahre alte Geschäftsmann Dominik Brunner schützend vor vier Teenager gestellt, die von Heranwachsenden bedroht wurden. Daraufhin war er am S-Bahnhof Solln von zwei Angreifern mit Schlägen und Tritten getötet worden.

Am 7. Oktober warfen drei junge Frauen in Frankfurt am Main einen 51- Jährigen aus einer U-Bahn und traten auf ihn ein. Der Mann wurde schwer verletzt. Er hatte einen Streit schlichten wollen.

Am 6. Oktober griffen zwei jugendliche Schläger ein Pärchen in der Münchner U-Bahn an - ein 21-jähriger Student wurde verletzt. Am 3. Oktober wurde ebenfalls in Bayern ein Mann brutal zusammengeschlagen, der einen Streit zwischen Jugendlichen schlichten wollte.


Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,654495,00.html
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 14.10.2009, 16:50    Titel: Antworten mit Zitat

Bahn will 1200 ICE-Achsen austauschen

Im Streit um die Sanierung der ICE-3-Flotte haben sich die Deutsche Bahn und die Hersteller geeinigt. 67 Züge erhalten neue Radsatzwellen - die allerdings müssen von Siemens und Bombardier erst noch entwickelt werden.

Berlin - Mehr als ein Jahr nach dem Entgleisen eines ICE in Köln plant die Bahn, die Antriebsachsen der gesamten ICE-3-Flotte auszutauschen. Insgesamt werden 1200 sogenannte Treibradsatzwellen benötigt, die die Industrie aber zunächst neu entwickeln muss. Darauf habe man sich mit den Herstellern Siemens und Bombardier geeinigt, teilte die Bahn am Montag mit. Insgesamt gehören 67 der rund 250 ICE-Züge zur dritten Baureihe, bei denen die Wellen ausgetauscht werden sollen.

Ursache des Unfalls am Kölner Hauptbahnhof am 9. Juli 2008 waren Risse in einer Radsatzwelle. Ein Gutachten der Staatsanwaltschaft ergab, dass es bei der Herstellung der Radsatzwelle zu Materialeinschlüssen gekommen sei, die zur Bildung des Risses geführt haben. Nach dem Unfall ordnete das Eisenbahn-Bundesamt die drastische Reduzierung der Prüfintervalle an, was zur Einschränkungen im Fernverkehr führte. Nach offiziellen Angaben ist der Bahn AG dadurch ein Schaden von bis zu 350 Millionen Euro entstanden.

Wann der Austausch der Achsen beginne, wurde am Montag nicht mitgeteilt. Sie müssen nach der Entwicklung aber noch erprobt und vom Eisenbahnbundesamt zugelassen werden. Bis zum Austausch kämen die ICE-3-Züge weiterhin fünf- bis zehnmal so häufig wie ursprünglich vorgesehen zur Überprüfung in die Werkstätten, hieß es. Bahnchef Rüdiger Grube sagte, für die Kunden ändere sich zunächst nichts. "Bahnfahren ist und bleibt sicher."

Zu den Kosten des Austauschprogramms vereinbarten Bahn und Hersteller Schweigen, ebenso zu der Frage, wer die Kosten trägt. Ein Bahnexperte bezifferte gegenüber der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires die Kosten für das gesamte Austauschprogramm auf einen Betrag im mittleren zweistelligen Millionen-Eurobereich. Er rechne damit, dass frühestens Mitte nächsten Jahres, möglicherweise auch erst Ende 2010 die neue Technik bereit für die EBA-Zulassung sein wird. Dann würden mehrere Monate Zulassungsdauer verstreichen. Vor 2011 würden demnach keine ICE-Züge mit den neuen Achsen fahren.

Nach Einschätzung von Bahnkreisen dürften zwei bis drei Jahre vergehen, bis alle der betroffenen ICE auf den neuen Achsen fahren. Zurzeit wird der Fahrplan zwar weitgehend eingehalten, aber manche Züge sind kürzer als geplant, und oft werden ICE-Züge durch die klassischen Intercity-Garnituren ersetzt, die langsamer fahren und teils weniger Komfort bieten.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,654635,00.html
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 14.10.2009, 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

Bahn spendet 400.000-Euro-Fund für gute Zwecke

Die Bahnhofsmission darf sich über einen üppigen Geldsegen freuen. Nach Ablauf der dreijährigen Aufbewahrungsfrist bekommt sie den Löwenteil der 400.000 Euro, die ein Rentner auf einer Toilette eines ICE gefunden hatte. Aber auch der ehrliche Finder geht nicht leer aus.

Frankfurt am Main - Drei Jahren nach dem Fund von 400.000 Euro auf der Toilette eines ICE sollen nun mit dem Großteil des Geldes Aufenthaltsräume für Kinder in Bahnhöfen geschaffen werden. Der Wiesbadener Rentner, der das in eine Plastiktüte eingewickelte Geld auf der Strecke zwischen Hanau und Frankfurt entdeckt hatte, bekommt 25.000 Euro Finderlohn, wie ein Bahnsprecher am Mittwoch in Frankfurt am Main sagte. Am 3. Oktober war die gesetzlich festgelegte Frist abgelaufen, während der der Eigentümer das Geld hätte abholen können.

Nach den Worten des Bahnsprechers hätten der Finder eigentlich nur rund 6000 Euro Finderlohn beanspruchen können. Die Bahn habe diesen Betrag aber aufgestockt, um seine "besondere Ehrlichkeit" zu würdigen. Die übrigen 375.000 Euro gehen an die Bahnhofsmission, die das Geld zweckgebunden für den Ausbau sogenannter Kinder-Lounges einsetzen soll.

Dabei handelt es sich um kindgerecht ausgestattete Räume, in denen sich Kinder bis fünf Jahren von und nach Reisen mit ihren Eltern aufhalten können. Kinder von fünf bis zehn Jahren, die ohne Mutter und Vater Zug fahren, könnten dort ebenfalls vorübergehend betreut werden. Ein Bahnsprecher sagte, der Fund des Geldes ermögliche die Finanzierung eines Projekts, das man schon länger geplant habe. Drei große Bahnhöfe sollen solch eine Kinder-Lounge bekommen.

Mit dem Fund hat die Bahn aber auch anderweitig ein gutes Geschäft gemacht. "Alle unsere Geldfunde werden verzinst", sagte Sprecher Achim Stauß. Einen Prozentsatz für die Verzinsung nannte er nicht. Offensichtlich ist aber davon auszugehen, dass die Zinserträge aus den drei Jahren nicht viel geringer ausgefallen sind als die 25.000 Euro, die nun als Finderlohn gezahlt werden sollen.

Die 400.000 Euro waren nach Angaben des Bahn-Sprechers mit Abstand der größte Geldfund, den es jemals bei dem Unternehmen gab. Pro Jahr tauchen dort rund 220.000 Fundsachen auf, 51 Prozent finden zurück zu ihrem Besitzer.

Quelle: http://www.spiegel.de/thema
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 14.10.2009, 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

Deutsche Bahn verdoppelt Entschädigungen für Kunden

Jetzt also doch: Die Deutsche Bahn erhöht die Entschädigungen für die Kunden der Berliner S-Bahn von ursprünglich 25 auf rund 55 Millionen Euro. Offenbar ist dem Staatskonzern das Chaos bei ihrer Nahverkehrstochter zu peinlich geworden.

Berlin - Die Deutsche Bahn (DB) zahlt für das Berliner S-Bahn-Chaos mehr als doppelt so viel an Entschädigungen wie bisher zugesagt. Das Unternehmen werde statt der geplanten 25 Millionen Euro nun rund 55 Millionen Euro zur Verfügung stellen, teilte die DB am Donnerstag mit.

So sollen nun auch Inhaber von Monatskarten, Sozialtickets und Studenten durch eine teilweise Erstattung entschädigt werden. Dauerkunden erhalten weitere 15 Euro gutgeschrieben. Außerdem sollen an den Adventswochenenden sämtliche S-Bahn-Fahrer günstiger fahren dürfen. Der Konzern spendet zudem jeweils 100.000 Euro an vier Berliner Wohltätigkeitsorganisationen.

Parallel kündigte das Unternehmen die Wiederinbetriebnahme von zwölf S-Bahn-Zügen der Baureihe 485 an. Diese sollen die bisherige Flotte nach Revisionsarbeiten ergänzen. Derzeit verkehren nur eingeschränkt Züge der Baureihe 481, deren zum Teil unregelmäßig gewartete oder defekte Bremszylinder das seit Wochen andauernde Chaos bei der Berliner S-Bahn verursacht hatten.

Laut Bahn sind derzeit nur 210 Viertelzüge (zwei Wagen) der weit über 600 regulären Züge im Einsatz. Bis Mitte des Monats sollen 300 Viertelzüge instand gesetzt sein, bis Ende Oktober 400. Den kompletten Fahrplan will die DB im Dezember wieder anbieten - wenn keine neuen gravierenden Mängel auftauchen.

Quelle: www.spiegel.de/thema
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 14.10.2009, 16:58    Titel: Antworten mit Zitat

S-Bahn wusste von Schwächen der Räder

Das Chaos auf Berlins Gleisen im Frühjahr hätte vermieden werden können. Nach Informationen des SPIEGEL hat die Berliner Bahn-Tochter schon frühzeitig über Mängel an den S-Bahn-Rädern Bescheid gewusst.

Berlin - Die Verantwortlichen der Berliner S-Bahn hatten frühe Indizien, dass die Räder ihrer Züge nicht der gültigen Prüfnorm entsprechen. Das meldet DER SPIEGEL und beruft sich auf ein Schreiben des Radsatzproduzenten Rafil an den Verkehrsbetrieb der Hauptstadt.

Im März 2005 hatte der Hersteller der Räder den S-Bahn-Betreiber unterrichtet, dass die Radscheiben der Zugbaureihen 481 und 482 den Kriterien der damals verschärften Normvorgaben schwer standhalten würden, von erneuten Prüfstandsversuchen aber abgeraten. Stattdessen sollte sich die Bahn mit einer Berechnung begnügen, um die Freigabe zu erteilen, was einen klaren Verstoß gegen die Zulassungsbestimmungen bedeutet.

Als es im Mai zu einem Radbruch kam, ließ die DB AG die Räder untersuchen und stellte fest, dass sie "nicht dauerfest im Sinne der Vorschriften" seien. Diese und andere technische Pannen brachten den öffentlichen Nahverkehr in der Hauptstadt teilweise zum Erliegen.

Nach letzten Informationen ist dem Konzern durch die Chaostage ein Schaden von Hunderten Millionen Euro entstanden. Inzwischen hat die Deutsche Bahn unabhängige Ermittler eingesetzt, um die Unregelmäßigkeiten bei der Wartung aufzuklären.

Quelle: www.spiegel.de/thema
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BeitragVerfasst am: 14.10.2009, 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Unabhängige Ermittler sollen Missstände bei S-Bahn aufklären

Jetzt reicht es der Deutschen Bahn mit ihrer Berliner Chaos-Tochter: Der Konzern hat unabhängige Ermittler beauftragt, die Missstände bei der S-Bahn aufzuklären. Die verantwortlichen Manager will der Konzern auch finanziell zur Rechenschaft ziehen.

Berlin - Die Pannenserie bei der Berliner S-Bahn klingt wie eine Geschichte aus dem Tollhaus - doch inzwischen ist es selbst der Deutschen Bahn zu bunt: Der Konzern habe die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und eine Berliner Anwaltskanzlei damit beauftragt, die Unregelmäßigkeiten bei der Wartung der Züge lückenlos aufzuklären, teilte die Deutsche Bahn am Freitag in Berlin mit. Daneben sollten die Experten auch ein Konzept erarbeiten, mit dem Problemen bei der Wartung künftig vorgebeugt werden könne.

Die Bahn dulde "keinerlei Unregelmäßigkeiten" bei Vorgängen, die mit der Sicherheit von Fahrgästen zu tun hätten, erklärte Ulrich Homburg, der Vorstand für den Personenverkehr. Die Missstände sollten daher ohne Ansehen der Person aufgeklärt werden.

Klar sei, dass die Verantwortung nicht bei einzelnen Mitarbeitern in der Zugwartung liege, "sondern verantwortliche Manager möglicherweise grob fahrlässig agiert haben". Der Konzern prüfe, ob die Verantwortlichen auch finanziell zur Rechenschaft gezogen werden könnten. Der Bahn gehe es jetzt darum, das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen, erklärte Homburg. Die Untersuchung durch die externen Ermittler ergänze die Arbeit der konzerneigenen Kontrolleure.

Bei der Berliner S-Bahn gilt seit Dienstag wegen neuer schwerer technischer Mängel ein Notfall-Fahrplan. Nach Angaben der Bahn fährt nach Entdeckung mehrerer auffälliger Bremszylinder vorerst nur noch ein Viertel der Züge. Bereits im Juli hatte es in der Hauptstadt starke Einschränkungen beim S-Bahn-Verkehr gegeben. Damals waren nach einem Radbruch massive Sicherheitsmängel aufgeflogen.

Quelle: www.spiegel.de/thema
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 14.10.2009, 17:00    Titel: Antworten mit Zitat

Und es ist wieder soweit. Pünkltich zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember, hat die Bahn die Preise wieder erhöht. Aber nur um 1,8%.
Für viele Fahrgäste wieder ein Grund mehr sich aufzuregen. Nur über den Grund, könnte ich mich mal wieder aufregen!
Angeblich wegen gestiegener Personalkosten. Es mag zwar sein dass wir 2009 und 2010 insgesamt 4,5 Prozent mehr Gehalt bekommen, aber dafür schuften wir auch. Sie entlassen Leute, erhängen ein Einstellungsstopp und wir Mitarbeiter müssen das wieder ausbaden.
Allein bei mir im Bordserive (Restaurantleiter, Bistrosteward und 1.Klasse-Steward) schieben alle Mitarbeiter 900.000 Überstunden mit sich herum.
"Unsere Kolleginnen und Kollegen sind heillos überlastet", warnten Bieck und Zimmermann. Und ich schließe mich ihnen an ... schließlich gehöre ich auch dazu.
Und allein im Güterverkehr würde die Bahn 4000 Jobs abbauen. Aber es sind ja gestiegene Personalkosten der Grund ... dass ich nicht lache.
Langsam sollten die sich echt mal was anderes einfallen lassen. Schließlich muss ich es ausbaden, wenn die Bahn etwas anstellt. Und dafür habe ich langsam keine Nerven mehr ...

Quelle: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,653683,00.html
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,649398,00.html
Quelle: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,653135,00.html
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 16.10.2009, 21:41    Titel: Antworten mit Zitat

ICE geriet ins Rütteln - zwei Verletzte

Beinahe-Unfall bei der Bahn: Beim Überholen eines Güterzuges geriet Anfang des Monats ein ICE in Bayern ins Rütteln und neigte sich danach zur Seite. Im Zug brach Panik aus, zwei Menschen wurden verletzt. Der Lokführer scheint zu schnell gefahren zu sein.

Nürnberg - Ein ICE ist auf der Strecke zwischen Nürnberg und München offenbar nur knapp einem Unfall entgangen. Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte in Nürnberg einen Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR), wonach der Zug bereits am 9. Juli aus bislang ungeklärter Ursache beim Überholen eines Güterzuges bei Reichertshausen stark ins Rütteln geraten sei. Zahlreiche Gepäckstücke seien von den Ablagen gerutscht.

Überholspur: Bei einem ICE-Zwischenfall in Bayern wurden zwei DB-Mitarbeiter verletzt
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DDP

Überholspur: Bei einem ICE-Zwischenfall in Bayern wurden zwei DB-Mitarbeiter verletzt
Der BR berichtete, dass sich der Zug beim Gleiswechsel kurz vor Pfaffenhofen bedrohlich zur Seite geneigt habe. An Bord sei Panik ausgebrochen. Im Speisewagen stürzte ein DB-Mitarbeiter und blieb bewusstlos liegen. In der Küche erlitt ein Koch Schnittverletzungen.

Im Bahnhof Pfaffenhofen stoppte der ICE außerplanmäßig, der verletzte DB-Mitarbeiter wurde von Rettungskräften abgeholt und mit Rippenprellungen ins Krankenhaus gebracht. Der Zug sei anschließend mit verminderter Geschwindigkeit nach Nürnberg weitergefahren, wo er mit Verspätung ankam. Ein Fahrgast erstattete nach der Ankunft Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Nach Angaben des Bundespolizei-Sprechers kann ein Problem am Zug etwa mit der Radwelle ausgeschlossen werden. Möglicherweise könnte der Lokführer beim Überfahren einer Weiche zu schnell gefahren sein. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE war an der Stelle, an der sich ICE und Güterzug begegneten, Tempo 80 erlaubt, der ICE war jedoch offenbar deutlich schneller unterwegs, mit rund 140 km/h.

Die Ermittler warten nun auf einen Bericht des Eisenbahnbundesamts, der die Fahrtdaten des Zuges rekonstruiert. Mit einem Ergebnis ist in etwa drei Wochen zu rechnen. Die Deutsche Bahn wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern und verweist auf die laufenden Untersuchungen. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat Ermittlungen aufgenommen.


Quelle: www.spiegel.de


Ganz ehrlich? Der Lokführer kann nie im Leben zu schnell gefahren sein. Es gibt sogar bei uns ein Tempolimit. Und die Strecke ist auf 80 km/h begrenzt. Und wenn ein Zug schneller als 5 km/h fährt, dann bekommt er eine Zwangsbremsung. Ich sag nicht, dass da irgendetwas war, aber das der Lokführer zu schnell gefahren ist? Das kann nicht sein. Der würde eine gewischt (ein Magnet würde ihn sehr stark abbremsen) bekommen.
Auch wenn der Artikel etwas länger her ist xD
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TaiHunt



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 10.07.2006
Beiträge: 2250
Wohnort: Thüringen/Blechhammer

BeitragVerfasst am: 17.10.2009, 08:02    Titel: Antworten mit Zitat

Moin auch,

ich denke es lag mehr an der Schinenkonstruktion als am Fahrer.
wenn man sich alein mal das Netzwerk im Raum Saalfald ansiht wo gerad eerst gebaut wurde und es noch weitre baustellen angekündigt haben wurdert mich so nix mehr.
_________________
Und menschliche gfühle kan man nicht verliren..man kan sie vergessen aber niemals verliren


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InuKy
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BeitragVerfasst am: 17.10.2009, 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß, dass manche Strecken einfach ausgebaut werden müssen. Aber die Schuld auf dem Lokführer zu schieben, obwohl der technisch und praktisch nicht schneller fahren kann, ist trotzdem ne Schweinerei ^^
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 17.10.2009, 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

Unkultur der Reisenden

Fluchende Fahrgäste, defekte Türen: Die Bahn sorgt nicht nur mit ihrem Führungswechsel für Schlagzeilen. Die größten Ärgernisse lauern in den Zügen. Ein ganz persönlicher Wutanfall zwischen Fulda und München.

München - Natürlich steigen sie in Fulda zu. In der katholischen Exklave inmitten hessisch-protestantischer Kernlande geht es ja traditionell etwas härter zu. Von hier stammen Kaliber wie der verstorbene rechtskonservative Bischof Johannes Dyba oder der aus der CDU verstoßene Martin Hohmann.

In Fulda also beginnt an diesem schönen Morgen das Trauerspiel von ICE 785, Waggon 6 auf der Fahrt von Hamburg nach München.

Dabei hat sich die Deutsche Bahn auf den 400 Kilometern Eisenweg zuvor derart viel Mühe gegeben, dass man schon glaubte, gar nicht mit der Deutschen Bahn zu reisen. Da war dieser überaus lustige, überaus hamburgische Schaffner ("Moin Moin"), der die Gäste raten ließ, wo denn nun eigentlich Bodenmais liege (in Niederbayern) und der mit den Damen im Waggon über den ästhetischen Faktor der Porträtfotos auf ihren Bahn-Cards plauschte.

Aber dann, nun ja, Fulda.

Es wird ein Eroberungszug. Zwar sind für das einsteigende Seniorenpaar Plätze reserviert, doch durchschreitet der alte, hochgewachsene Herr im kleinkarierten Sakko erst noch den gesamten Wagen. Vielleicht sind da ja noch bessere Plätze.

Doch da gibt es nichts. Für die zwei Personen bleibt also nur der komplett freie Vierer mit Tisch. "Scheiße", murmelt er. Sie lächelt noch. Bis zur Sache mit dem Gepäck. Denn er meint, sein Koffer müsse exakt über seinem Sitzplatz liegen, während die anderen Fahrgäste auf den freien Raum ein paar Zentimeter weiter vorn verweisen. Der Alte flucht polyglott: "Fucking idiots" - und räumt die Sachen der anderen ab.

Er: die beigen Strümpfe in den braunen Gesundheitsschuhen straff gespannt, den weißen Vollbart säuberlich gestutzt. Sie: viel Gold an den Fingern, eine Maria-Elisabeth-Schaeffler-Frisur auf dem Kopf. Selbstgemixte Apfelschorle in Halbliterfläschchen. Und das mit Camembert belegte Baguette wird mit Silbermesser exakt mittig geschnitten.


Glückstraum eines sanften, kultivierten Reisens

Eigentlich könnten die beiden glückliche Pensionisten sein, die gerade ihre Enkelkinder besucht haben. Oder fröhlich pfeifende, rüstige Wald-und-Wiesen-Rentner. Irgendwie so was, es gibt da doch viele wunderbare Beispiele. Stattdessen rechnet jetzt er in Würzburg die Verspätung des Zuges nach, minutengenau, obwohl sie gar keinen Anschlusszug benötigen: "Jetzt sind es schon 16 Minuten, 16 Minuten, herrje." Sie spielen Verbal-Pingpong. "Das gibt es nicht", sagt sie. "Unmöglich", sagt er. "Da wird mir schlecht", sagt sie. So werden es 17 Minuten.

In der Wochenzeitung "Freitag" konnte man kürzlich eine furiose Analyse über die Unkultur der Bahn lesen. Besessen sei das Unternehmen von der fixen Idee der Privatisierung, so besessen, dass der "Glückstraum eines sanften, kultivierten, menschlichen und interessanten Reisens" zerstört sei, schrieb dort Georg Seeßlen. Die Deutsche Bahn führe einen Krieg gegen ihre Kunden, es herrsche "Mangelwirtschaft inmitten technischer und konsumistischer Protzerei".

Kritik an Hartmut Mehdorn, der nun als Bahn-Chef abtritt, war immer berechtigt - aber nur eine Seite des postmodernen Bahnreisens. Denn in Deutschland trifft die Unkultur der Bahn auf die Unkultur der Reisenden, des Motzens und Moserns. Kombiniert wird das zu einem sich selbst verstärkenden Prozess. Die Deutsche Bahn verdient Kunden mit gestrafften Strümpfen, und diese Kunden verdienen die Deutsche Bahn.

Ein Beispiel. ICE 785 hat an diesem Tag eine defekte Automatik-Tür, ständig zieht kühle Luft herein. Darüber weiß sich das Paar im intimen Gespräch zu beklagen. "Unmöglich" - man kennt das bereits. Um das Ärgernis abzustellen, muss die Tür per Hand geschlossen werden. Daran halten sich auch alle. Bis auf den alten Mann. Und so trifft Unkultur auf Unkultur. Nach seinem Klogang schließt er die Tür selbstverständlich nicht. In der Folge kann er sich prima ärgern - über die Bahn.

Der feine Herr beruft sich auf Sauberkeit, Ruhe und Ordnung, da werden natürlich auch die Mitreisenden mit fortschreitender Fahrdauer immer mehr zu Last. "Hach", stöhnt der Mann und zischt "Abschaum!", wenn auf den Nachbarsitzen telefoniert wird. Es ist ein Funkwagen. Ärger generiert Ärger. Am Ziel München angelangt, müssen die beiden schweren Koffer wieder runter aus der hart erkämpften Ablage direkt überm Sitz. Nur: keiner hilft. "Scheiße", sagt der Mann.


Quelle: http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,615943,00.html



Beim durchforsten bei Spiegel bin ich auf diesen Artikel gestoßen ^^ Als ich mir ihn durchgelesen hatte, musste ich echt schmunzeln. Denn das meiste, was der Autor geschrieben hat, stimmt. Die Reisenden benehmen sich meisten wirklich so. Wenn wir ihnen helfen, meckern sie rum, sie schaffen das schon alleine. Wenn wir ihnen nicht helfen, meckern sie rum, dass wir ja faul sind und es typisch Deutsche Bahn ist.
Jeden Tag aufs Neue wenn ich zur Arbeit geht. Meine S-Bahn hat Verspätung und man meckert mich voll ^^ Okay, ich habe die Dienstbekleidung an, aber wenn ich wüsste warum die Bahn Verspätung hat, würde ich doch nicht da stehen, oder? Oder versuchen, mir eine Lösung einfallen zu lassen.
Eine Geschichte (die mir leider wirklich passiert ist) mal zum Thema:
Ich fuhr mit einem ICE von Wien nach Köln. Meine Kollegin und ich hatten in Wien eine Übernachtung gehabt. Mal wieder ging ich mit einem Tablett Kaffee durch den Zug. Noch hatte ich gute Laune und redete auch noch paar Worte mit meinen Fahrgästen. Als ich das dritte Mal durchging (denn mit nur 6 Kaffee auf dem Tablett kam ich nicht wirklich weit ^^) kam ich in den Wagen 4 und schaute die Fahrgäste an, während ich redete. Zwar hatte ich den Koffer gesehen, der an einem Sitz stand, aber ich bemerkte nicht, wie er umfiel. Das bemerkte ich erst, als es zu spät war und ich drüber fiel. Bis heute weiß ich nicht, wie ich es hinbekommen habe, dass ich keinen einzigen Tropfen Kaffee verschüttete. Aber ich habe mich ziemlich am Arm verletzt, weil ich über die Schrauben unten wo die Sitze am Boden festgeschraubt sind, gerutscht bin. Dadurch stand ich nicht auf, sondern blieb liegen, da mir mein Arm ziemlich weh tat. Die Reisende beschimpfte mich und meinte, ich hätte ihren Koffer beschädigt. Gott sei Dank waren alle anderen Reisenden auf meiner Seite. Sie haben die Reisende für mich zur Schnecke gemacht, sie haben mir aufgeholfen und ein Arzt hat mir dann sogar noch meinen Arm gesäubert und verbunden. Es gibt die guten und die schlechten Reisenden. Leider ist es ja das Sprichwort bei uns: Der Kunde ist König. Aber mal ehrlich ... muss ich mich so verhalten, wenn mich jemand bis unter die Gürtellinee beleidigt oder sowas wie oben geschieht? Ein Gaststättenbesitzer meinte zu mir: Der Kunde ist König, aber ich bin Kaiser. Und eigentlich hat er ja Recht. Ein Kunde ist König, aber er sollte sich auch so benehmen. Denn Fahrgäste die freundlich zu mir sind, zu denen bin ich auch freundlich. Von Natur aus bin ich ein freundlicher Mensch, aber wenn man mich anknurrt oder so, mag ich das auch nicht. Wie sagte mal ein Zugchef zu mir: Wir sind ein Spiegelbild der Reisenden. Ich versuche freundlich zu bleiben, bis zu einem gewissen Punkt. Dann werde auch ich unfreundlich.
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BeitragVerfasst am: 19.10.2009, 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

Bahnstrecken-Neubau in Sachsen-Anhalt
Forscher finden 4000 Jahre alte Skelette


Archäologen haben in Sachsen-Anhalt spektakuläre Funde gemacht. Bei Bauarbeiten für eine neue ICE-Strecke gab die Erde mehrere Gräber aus der Bronzezeit frei. Die Toten waren übereinander bestattet.

Oechlitz/Halle - Vor rund 4000 Jahren wurden sie begraben, jetzt hat die Erde sie wieder freigegeben: Bei Ausgrabungen sind die sterblichen Überreste von Menschen aus der frühen Bronzezeit entdeckt worden, die im heutigen Sachsen-Anhalt lebten. Archäologen haben die übereinander bestatteten Toten an der künftigen ICE-Strecke Erfurt-Halle/Leipzig entdeckt. Neben diesen Etagen-Gräbern fanden sie nahe Oechlitz auch mehrmals benutzte Grabstätten, teilte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie an diesem Montag in Halle mit.

Seit mehr als einem Jahr untersuchen acht Grabungsteams eine rund hundert Hektar große Fläche auf der Querfurter Platte zwischen den Tälern von Saale und Unstrut. 75 Hektar haben die Archäologen bislang erkundet und dabei mehr als 55.000 Funde geborgen. Die mit 7300 Jahren bisher ältesten gab es im Saalekreis. Es handelt sich um mehr als 300 teils gut ausgestattete Gräber, die zur linienbandkeramischen Kultur der frühen Jungsteinzeit gehören.

In Gräbern aus verschiedenen Epochen fanden die Experten kupferne Haarspiralen, Kupfer- und Bernsteinschmuck, eine kleine Dolchklinge sowie Hunderte durchlochter Hundezähne und Tausende kleine Muschelscheiben, die ursprünglich als Schmuck oder Verzierung auf der Kleidung getragen wurden.

Einmalige Chance für Archäologen

Die Querfurter Platte wird seit mindestens 7500 Jahren besiedelt: Die fruchtbaren Böden haben jahrhundertelang Menschen angelockt. Die Forscher fanden auch Relikte aus jüngerer Vergangenheit, wie etwa ein slawisches Gräberfeld aus dem 9. bis 10. Jahrhundert nach Christus. "Die große Bandbreite der Spuren archäologischer Kulturen und die Zahl und Qualität der einzelnen Funde belegen die hohe Bedeutung, die der Region seit Tausenden von Jahren nicht nur als Siedlungsgebiet, sondern auch als Verkehrsroute zukommt", teilte das Landesamt in Halle mit.

Wegen des Neubaus der ICE-Trasse biete sich nun die einmalige Chance, auf einer Länge von 22 Kilometern einen vollständigen Schnitt durch eine der bedeutendsten Siedlungsregionen Mitteldeutschlands zu ziehen. Die Grabungen laufen noch bis Mitte des kommenden Jahres, danach werden die Funde bis zum Frühjahr 2011 inventarisiert und dokumentiert.


Quelle: www.spiegel.de
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BeitragVerfasst am: 19.10.2009, 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

Fast drei Viertel aller Bahnhöfe behindertengerecht

Drei Viertel aller Bahnhöfe in Deutschland sind mittlerweile behindertengerecht ausgebaut. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern, wie die Allianz pro Schiene mitteilte.

Bei einem bundesweiten Durchschnittswert von 71 Prozent reiche die Spanne der behindertengerechten Bahnhöfe von 88 Prozent in Schleswig-Holstein bis hin zu nur 44 Prozent im Saarland. Die "Kehrseite der guten Nachricht" sei, dass 29 Prozent der Bahnhöfe in Deutschland noch auf einen behindertengerechten Umbau warteten, erklärte der Geschäftsführer der Allianz, Dirk Flege. Er wertete die Zahlen als "schlagenden Beweis" dafür, dass die Länder unterschiedlich viel für ihre Bahnhöfe täten.

Deshalb müsse auch nach dem Auslaufen der Hilfen aus den Konjunkturpaketen des Bundes weiter in den Umbau der Bahnhöfe investiert werden. Als positive Beispiele verwies Flege auf Baden-Württemberg, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen, wo der Umbau der Bahnhöfe im Rahmen spezieller Förderprogramme geschehe.

Auf den Spitzenplätzen nach Schleswig-Holstein liegen der Organisation zufolge Mecklenburg-Vorpommern mit 87 Prozent "barrierefreien" Bahnhöfen und Thüringen (86 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen (beide 82 Prozent) sowie Niedersachsen (80 Prozent).

Im Mittelfeld liegen die Bahnhöfe in Berlin (77 Prozent), Brandenburg (74 Prozent), Bayern (73 Prozent) und Baden-Württemberg (72 Prozent). Klar unter dem Durchschnitt liegen jene in Rheinland-Pfalz (65 Prozent), Bremen (63 Prozent), Sachsen (61 Prozent), Hessen (54 Prozent), Hamburg (51 Prozent) und beim Schlusslicht Saarland. Ihre Zahlen bezog die Allianz pro Schiene aus eigenen Recherchen sowie einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken.


Quelle: www.gmx.de
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BeitragVerfasst am: 19.10.2009, 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

Bahn prüft Alkoholverbot in Nahverkehrszügen

Probleme gibt es vor allem bei Massenveranstaltungen und Sportereignissen: Weil betrunkene Reisende andere Fahrgäste belästigen, schließt die Deutsche Bahn ein Alkoholverbot in einigen Zügen nicht aus. Der private Anbieter Metronom führt eine solche Regelung bereits im November ein.

Die Deutsche Bahn AG prüft mit einzelnen Verkehrsverbünden die Einführung eines Alkoholverbots. Eine Sprecherin der Bahn AG bestätigte einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS), wonach die Deutsche Bahn der Diskussion um ein Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr offen gegenüberstehe. Vor allem bei Groß- und Massenveranstaltungen gebe es Probleme. Doch in der "Mehrzahl der Freizeitverkehre" führe Alkoholkonsum nicht zu Schwierigkeiten.

Bei einem Verbot bestehe dann die Gefahr, "dass alkoholisierte Personen verstärkt auf den Individualverkehr ausweichen" - also ins Auto steigen. Das könne nicht im Interesse der öffentlichen Sicherheit sein, argumentierte die Bahnsprecherin. Ihr Unternehmen habe im Unterschied zu vielen Wettbewerbern verschiedene Aspekte des öffentlichen Interesses sorgsam abzuwägen.

Die private Bahngesellschaft Metronom dagegen führt ab dem 15. November ein generelles Alkoholverbot ein. Exzessiver Alkoholkonsum verwandele viele Züge in regelrechte "Katastrophengebiete", erklärte das norddeutsche Unternehmen.

Probleme bei der Durchsetzung

Ein Problem kann es jedoch sein, ein solches Verbot auch durchzusetzen. Das zeigt sich etwa im Berliner Nahverkehr, wo diese Vorschrift vielen Fahrgästen gar nicht bekannt ist. Darauf verweist auch die Verkehrsgewerkschaft GDBA, die den Einsatz von mehr Bahnmitarbeitern und Sicherheitspersonal in "Problemzügen" fordert.

Sprecher Uwe Reitz gibt zudem zu bedenken, dass ein generelles Alkoholverbot auch den Geschäftsmann treffen würde, der nach einem langen Arbeitstag im Bordbistro ein Bier trinken möchte.

Probleme gebe es bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen und Volksfesten sowie an Wochenenden, wenn Jugendliche auf dem Weg in die Discothek seien. "Darüber haben wir auch schon mit der Bahn gesprochen", sagte Reitz.

Ähnlich äußerte sich die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Besonders in einschlägig bekannten Gegenden und in den Abend- und Nachtstunden müsse mehr Personal eingesetzt werden, verlangte die GDL laut "FAS". Die Zeitung zitiert den Gewerkschaftschef Claus Weselsky: "Gelingt es uns nicht, die Gewaltspirale herunterzudrehen, werden Busse und Bahnen Kunden verlieren und der Individualverkehr nimmt zu. Das kann keiner wollen."

Metronom, das nach eigenen Angaben täglich 80.000 Fahrgäste aus Niedersachsen, Hamburg und Bremen transportiert, hat festgestellt, dass Pendler Züge zu bestimmten Zeiten bereits meiden. "Ungehemmtes Benehmen, Belästigungen und sogar Bedrohungen von Fahrgästen und Mitarbeitern, Vandalismus und Verunreinigungen der Züge sind Auswüchse, die fast immer in Verbindung mit Alkoholkonsum stehen", erklärte das Uelzener Unternehmen. Man halte es daher "für dringend erforderlich, dem Trinken an Bord einen Riegel vorzuschieben".

Dabei glaubt das Unternehmen, im Interesse der meisten Kunden zu handeln: "Bei einer Befragung sprach sich eine große Mehrheit der Fahrgäste teilweise nachdrücklich für ein Alkoholkonsumverbot aus."


Quelle: www.spiegel.de/thema
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 21.10.2009, 12:15    Titel: Antworten mit Zitat

Streik bei der Bahn sorgt für zahlreiche Zugausfälle

Angestellte der französischen Staatsbahn SNCF sind in den Streik getreten. Auf manchen Strecken fiel am Morgen jeder zweite Zug aus. Die Gewerkschaften fürchten durch eine Reform des Frachtverkehrs einen massiven Stellenabbau.

Paris - Ein großangelegter Streik bei der Staatsbahn SNCF verursacht am Dienstag in Frankreich erhebliche Verkehrsbehinderungen. Betroffen sind ein Drittel der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge sowie etwa die Hälfte der TER-Regionalzüge, wie Verkehrsminister Dominique Bussereau mitteilte. Auch der Nahverkehr im Großraum Paris ist eingeschränkt. Auswirkungen auf den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Deutschland und Frankreich werden aber nicht befürchtet.

Bahnchef Guillaume Pepy erwartete, dass rund ein Drittel der 155.000 Eisenbahner am Dienstag nicht normal den Dienst antritt. Hintergrund der Arbeitsniederlegungen ist die bevorstehende Reform des SNCF-Frachtverkehrs. Sie sieht unter anderem vor, den unwirtschaftlichen Transport mit Einzelwaggons stark einzuschränken. Die Gewerkschaften CGT, SUD Rail und CFDT befürchten den Abbau von bis zu 8000 Arbeitsplätzen und sich weiter verschlechternde Arbeitsbedingungen.

Boykottiert wird der Streik von der Gewerkschaft UNSA. Sie sieht Fortschritte bei den Verhandlungen mit der Unternehmensführung über die Reform und hat sich deswegen dem Protestaufruf nicht angeschlossen.


Quelle: www.spiegel.de/reise
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 11.11.2009, 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Tod im Dunkeln

Nationaltorwart Enke beging Selbstmord

Er war ein großartiger Fußballer und ein sensibler Charakter. Robert Enkes Karriere verlief extrem wechselhaft: Einem steilen Aufstieg folgte ein jäher Knick. Als er sportlich wieder in Bestform kam, starb seine schwerkranke Tochter. Nun hat er sich das Leben genommen - und hinterließ einen Abschiedsbrief.

Ein früher und unerwarteter Tod lässt die Menschen hilflos zurück. Fassungslos, erschüttert, entsetzt, tief betroffen - das sind die dürren Adjektive, zu denen dann gegriffen wird. Bei den Reaktionen auf den Tod Robert Enkes ist es nicht anders. Der junge Fußballer starb an einem Bahnübergang in Neustadt-Eilvese, gegen 18.30 Uhr wurde er von einem Regionalzug erfasst. Es war Selbstmord, er hinterließ laut Polizei einen Abschiedsbrief. Damit gebe es keinen Zweifel mehr an einem Selbstmord, hieß es. "Wir rechnen damit, im Laufe des Tages die Ermittlungen abschließen zu können", sagte eine Polizeisprecherin an diesem Mittwoch.

Wenn ein 32-Jähriger seinem Leben ein Ende setzt, mag er Nationaltorhüter sein oder irgendwer anders, bleiben Fragen, Ratlosigkeit, Mutmaßungen. Er hinterlässt seine Frau Teresa, die acht Monate alte Adoptivtochter Leila - Verwandte, Freunde, Kollegen, Fans bleiben fassungslos zurück.

Enkes sportliches und privates Leben, ein Wechsel von Karrierehochs mit privater Tragik und beruflichen Tiefschlägen, gibt Anlässe für Spekulationen nach dem Warum.

Rätselhaft, mysteriös, tragisch - auch solche Wörter finden sich in der Berichterstattung, die die Laufbahn Enkes begleitet. Die Biografie des gebürtigen Thüringers weist Brüche auf, Wendungen, Höhenflüge folgen Abstürzen und umgekehrt.

Früh kommt Enke in die höchste deutsche Spielklasse, bei Borussia Mönchengladbach verdrängt er als junger Kerl Torwartlegende Uwe Kamps aus der Stammelf und ist mit 22 Jahren die Nummer eins zwischen den Gladbacher Pfosten. Doch er kommt in eine Mannschaft, die nicht funktioniert. Die Borussia steigt ab - an Enke liegt es nicht. Bundestrainer Erich Ribbeck wird auf den jungen Mann aufmerksam und beruft ihn in das erweiterte Aufgebot für den Confed-Cup 1999. Enke spielt zwar nicht, aber eine erfolgreiche Karriere scheint vorgezeichnet.

Der Traum wird zum Alptraum

Enke will in die Welt hinaus, wechselt zu Benfica Lissabon, wird unter den Trainern Jupp Heynckes und José Mourinho zum Mannschaftskapitän des portugiesischen Traditionsvereins. Die nächste Station verspricht noch mehr: Der FC Barcelona holt den Deutschen. Barça, der Weltclub, der Traum jedes jungen Fußballers. Doch der Traum wird zum Alptraum. Enke fliegt nach einer schlechten Leistung in einem Pokalspiel aus dem Kader, Trainer Louis van Gaal sieht keinen Anlass mehr, auf den Deutschen im Team zu setzen. Enke ist out, Ribbecks Nachfolger beim DFB, Rudi Völler, hat ihn sowieso längst aus dem Blick verloren. In Deutschland herrscht in diesen Jahren die kultische Oliver-Kahn-Verehrung. Von Enke spricht niemand mehr.

Ein Wechsel zu Fenerbahce Istanbul und Trainer Christoph Daum soll die Wende zum Besseren bringen - und stürzt Enke in die bis dahin tiefste Krise seiner Laufbahn. Im ersten Spiel macht er einen entscheidenden Fehler und wird vom Publikum verhöhnt und bedroht, mit Bierflaschen und Mobiltelefonen beworfen. Enke ergreift nach diesem Spiel die Flucht, der Torwart geht nach Spanien zurück, findet keinen neuen Verein, ist arbeitslos.

Bis auf Ado Den Haag aus Holland und den FC Kärnten in Österreich, beide Letzte ihrer jeweiligen Liga, meldet sich niemand bei dem Mann aus Jena, der sich nach einem halben Jahr in die zweite spanische Liga trollt und bei CD Teneriffa in Vergessenheit gerät.

Enke gilt als psychisch labil, zumindest als sensibel

Enke sitzt nach vier Jahren, die ihn ganz nach oben bringen sollten, im Abseits. Dazu kommt das Bangen um seine Tochter, die mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt kommt. Nach seiner Flucht aus Istanbul gilt Enke als psychisch labil, zumindest als sensibel, was für die Fußballbranche aufs selbe herauskommt. Es kommen in Interviews Fragen auf, ob er den Stress eines Toptorwarts durchsteht. Enke hat das immer parieren können, hat sein Verhalten plausibel erklärt: Er könne verstehen, sagt er, wenn Leute sein damaliges Verhalten als unprofessionell bezeichnet haben. Aber der Hass, der ihm von den Fans entgegen geschlagen sei, "das war es mir nicht wert".

Enke, der Vergessene, wird von Trainer Ewald Lienen in die Bundesliga zurückgeholt, nach Hannover, nicht gerade das deutsche Barcelona. Für einen wie Enke, der neu anfangen will, ist es aber offenbar die richtige Station. Er glänzt durch Beständigkeit, wird mehrfach zum besten Torhüter der Liga gewählt. Er scheint selbst den schweren Schicksalsschlag zu verkraften, als sein Kind im Alter von zwei Jahren stirbt.

Es gibt diese Szene, als ihn 30 junge Autogrammjäger umlagern, er alle Autogrammwünsche erfüllt und ihn dann eines der Gören fragt, was auf seinem Unterarm tätowiert ist: "Lara". Der Name seiner Tochter.

Enke wirkt gereift, seine Interviews sind klug, zeigen einen nachdenklichen, leisen, angenehmen Menschen, der nicht durch Allüren, sondern durch sachliche Leistung dahin gekommen ist, wo er aufgrund seiner sportlichen Fähigkeiten hingehört. Jetzt muss Robert Enke nur noch abwarten, bis die Oldies Oliver Kahn und Jens Lehmann ihre DFB-Karriere beendet haben, dann ist seine Stunde in der Nationalelf gekommen. So denken alle.

"Man lernt mit den Jahren: Man erzählt viel und sagt nichts"

Doch immer wenn Enke kurz davor ist, die unangefochtene Nummer eins im Nationalteam zu werden, steht ihm sein Körper im Weg. Verletzt im Herbst 2008, als das wichtige WM-Qualifikationsspiel gegen Russland ansteht. Krank im Herbst 2009 vor dem entscheidenden Rückspiel, leidend an einer Krankheit, die nach Wochen eines merkwürdigen medizinischen Rätselratens offiziell als Darminfektion diagnostiziert wird. Beide Male spielt statt Enke der junge, von wenig Selbstzweifeln geplagte Leverkusener René Adler und reißt die Kommentatoren zu Lobeshymnen hin.

Bundestrainer Joachim Löw hatte Enke zuvor schon mehrfach angedeutet, dass er die Nummer eins im Tor bei der WM 2010 werden soll. Doch nach den Russlandpartien wird Löw zurückhaltender, schürt bewusst die Konkurrenz. Enke macht das nervös, er ist kein Kahn, kein Lehmann, die der interne Kampf motiviert. "Ich brauche keine Konkurrenzsituation. Ich brauche Vertrauen. Für mich ist es sehr wichtig, dass mir Mannschaft und Trainer das Gefühl vermitteln: Mit dir im Tor kann uns nicht viel passieren", sagt er. Das Gefühl verlässt ihn zusehends.

Enke hat einmal in einem Interview mit der Zeitschrift "11 Freunde" zum Umgang mit Presse und Öffentlichkeit gesagt: "Man lernt mit den Jahren: Man erzählt viel und sagt nichts. Was den Umgang mit der Tagespresse angeht, habe ich immer zwei Meinungen: meine persönliche und die, die ich nach außen serviere."

Vor zwei Wochen hat Robert Enke öffentlich mitgeteilt, er brenne nach seiner Krankheit wieder auf die sportlichen Herausforderungen. Man kannte nur das, was er nach außen servierte. Das Interview trug den Titel: "Comeback eines Totgesagten".

Enkes Witwe spricht über Depressionen ihres Mannes

Mehrere Monate lang war Nationaltorwart Robert Enke wegen Depressionen in Behandlung. Das hat sein Arzt jetzt bestätigt. Auf der Pressekonferenz von Hannover 96 sprach Enkes Witwe Teresa offen über die Ängste ihres Mannes, der sich am Dienstag das Leben genommen hat.

"Wir dachten, wir schaffen alles. Wir dachten, mit Liebe geht das. Aber manchmal schafft man doch nicht alles", sagte Enkes Witwe Teresa auf der Pressekonferenz des Vereins zum Suizid von Robert Enke. Enke habe seine Krankheit geheim halten wollen, um sein Privatleben zu schützen und seine Karriere als Fußball-Profi nicht zu gefährden. "Ich habe versucht, für ihn da zu sein", sagte Teresa Enke. Die junge Frau, ganz in Schwarz gekleidet, saß auf dem Podium mit dem Pressesprecher von Hannover 96.

2006 war die herzkranke Tochter Lara im Alter von zwei Jahren gestorben. Robert Enke habe große Sorge gehabt, aufgrund seiner Erkrankung das Sorgerecht für die im Mai adoptierte Leila zu verlieren. "Die Angst auch, dass man Leila verliert, wenn man einen depressiven Vater hat", sagte Teresa Enke mit stockender Stimme. Sie habe ihrem Mann immer versucht, die Angst zu nehmen, aber das sei nicht gelungen, sagte sie über die immer wiederkehrenden depressiven Phasen.

"Ein Selbstmord zeichnete sich meiner Ansicht nach nicht ab", sagte sein langjähriger Arzt Valentin Markser. "Es gab keine Indikation für eine mögliche Zwangseinweisung." Auch Teresa Enke hatte in den vergangenen Wochen keinerlei Hinweise, die auf diese tragische Entwicklung hindeuteten. "Ich habe stets versucht, ihm Perspektive und Hoffnung zu geben. Fußball war sein Ein und Alles", sagte Teresa Enke. Die Mannschaft und das Team habe ihrem Mann großen Halt gegeben.

In seinem Abschiedsbrief bei Angehörigen und Ärzten entschuldigt

Der Kölner Mediziner sagte, er habe den Fußballer erstmals 2003 in seiner Praxis behandelt, als Enke bei seinen Engagements im Ausland unter Versagensängsten gelitten habe. Enkes Zustand habe sich dann stabilisiert. Anfang Oktober habe sich der Sportler wieder bei ihm gemeldet, weil er im Zuge einer Infektion zunehmend in eine Krise geraten sei.

Enke habe es abgelehnt, sich in stationäre Behandlung zu begeben. Noch am Tag seines Selbstmords habe er sich so gegenüber dem Chefarzt einer Klinik geäußert. In seinem Abschiedsbrief habe Enke sich bei Angehörigen und Ärzten dafür entschuldigt, dass er sie über seinen wahren Zustand getäuscht habe.




Quelle: http://www.spiegel.de/thema/robert_enke


http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-48711.html

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-48709.html

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-48710.html
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Joanie
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BeitragVerfasst am: 16.11.2009, 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

ich habe heute einen sehr interessanten weblog-eintrag gelesen.

Huckepack Bahnfahren
LOKALES | 14.11.2009 | 17.07 | franxinatra

...und wieder weiter, immer voran...
Mein Lieblingsplatz in der Bahn ist ganz vorne, dort wo ich durch die Tür zum Fahrerhaus den Blick auf die Gleise werfen kann. Gewissermaßen auf dem Schoß des Kutschers.

Zu Tageszeiten, und oberirdisch hat dieser Beifahrervoyeurismus einen Hauch von Hitchcockstreifen: die Häufigkeit, mit der die Fahrer regelmäßig menschliche Katastrophen verhindern ist beeindruckend; fast, als ob ihr eigentlicher Zweck wäre, Schutzengel des Gleisbettes zu sein.

Die Gedankenlosigkeit, mit der Passanten mal eben noch vor einer Bahn vorbei huschen wollen hat schon etwas Lebensablehnendes; die Bräsigkeit, mit der sie so dicht am Bahnsteig stehen dass der Außenspiegel der herannahenden Bahn sie mal eben touchieren könnte; der Todesmut von Autofahrern, die die Gesetze des Linksabbiegens in Köln nicht kennen oder achten.

Die Bahnlenker tun so tagtäglich eine Menge für ihr Karma; ich möchte gar nicht wissen, ob das der Ausgleich für Sünden von Vorleben sind, aber: sie machen es meisterhaft.

Dann -und wir sind noch im Tagbetrieb- das Abtauchen in den urbanen Unterleib: binnen Kurzem ist es Nacht. Der Lindwurm aus Stahl und Glas wird zu einem Raumschiff, dass nahezu teilnahmslos durch eine Finsternis zu schweben scheint die wie schwarzer Sirup an den Außenscheiben klebt.

Nur der Blick nach vorne erlaubt, ab und wann, ein paar Warnlichter, wie Leuchtbojen in einem verlorenen Kosmos, bis, plötzlich hinter einer finsteren Kurve hervor springend, ein Haltepunkt sichtbar wird, wie ein Ausriss, wie etwas aus Helligkeit heraus Gebissenes, dass über seinen Verdauungstrakt von Gängen und Rolltreppen diese Unterwelt mit der Oben verbindet; unerklärlich, wo an diesem Duktus Schlund und dessen Widerpart sind.

Wie bei Wirten, die ihre Gäste tauschen wechseln Wartende und Passagiere ihre Umgebung.
Manchmal kommt eine Bahn entgegen; in deren matten Licht sehe ich die Hand meines Fahrers sich zum Gruße des anderen heben; ich sehe nicht, wegen der Tönung der uns trennenden Scheibe der Kabinentür, ob das Licht des entgegen kommenden Scheinwerfers ausreicht, dass der Fahrer sich als gespenstische matte Spiegelung in seiner Frontscheibe sehen kann, wie ein mahnender Geist, auf der Hut zu sein.

So geht es Station um Station, bis ein stadtplanerischer Einfall die Bahn wieder nach oben wirft, binnen Sekunden ist es wieder Tag, beinahe wie ein Sonnenaufgang am Äquator.

Diese Wechsel von Tag und Nacht in einer Schicht so an die 5 bis 8 mal, schätze ich; ein Jetlag der besonderen Art: altern Tramkutscher dadurch auch schneller? Oder sind sie durch diese Begebenheiten besondere Hüter des Geheimnisses der Ewigkeit?

Wie ist es dann in den Nachtschichten erst? Wenn nach den grell beschienenen unterirdischen Stationen im nächtlichen Oben die Haltepunkte dagegen wie verblasste Erinnerungen aussehen? Wo Laternen wie verzweifelte Parodien auf die Sonne ihr spärliches Licht um sich werfen. Die alles umfassende Finsterniss schon nach kurzer Entfernung jedes Lumen verschluckt. Die roten und weißen Lichterketten von Autoschlangen mit ihren gegenläufigen Ausrichtungen auf den Fahrbahnen einen ganz, ganz leichten Schwindel wachrufen, ihr Blinken so hysterisch wirkt, dass das Abtauchen in den urbanen Unterleib zu einer drängenden Sehnsucht wird.

Ruhig und gelassen dann das von leichtem Schaukeln begleitete Passieren von Bahnsteig um Bahnsteig; keine querenden Autos, Radfahrer ohne Beleuchtung, Passanten nur im überschaubaren Rahmen der beleuchteten Bahnhöfe. Eine Auszeit vor der Ruhelosigkeit im Oben, vor der Hektik im Hellen, der Unberechenbarkeit aus dem Dunkel unvermutet auftauchender Gestalten.

So sammle ich immer neue Eindrücke und Impressionen, auf jeder neuen Fahrt, Huckepack, und bedaure fast jedes mal wegen Erreichens meines Zieles aussteigen zu müssen; weiß nur eins nach solchem Erleben: mit so viel Philosophie und Tunnelträumerei tauge ich zumindest als U-Bahnfahrer nicht...

Und darum meinen besonderen Dank an diese Gilde, die da tagtäglich in ihrer abgeschiedenen Kabine sitzen, rabenähnliches Krächzen aus Lautsprechern mit ihrem angepassten Gehör als Durchsagen decodieren müssen, und letztendlich auch, bei Fahrerwechseln, den Kopf für Vorgänge hinzuhalten haben, für die sie nicht im mindesten verantwortlich sind.

Und verzeiht mir, dass ich so ab und zu auf Eurem Schoß mit fahre.

http://ksta.stadtmenschen.de/blogs/mod_blogs_eintrag/blog/kstablog/thema/lokales_koeln/eintrag/u_bahn_fahrer_tunneltraeume/ocs_ausgabe/ksta_blogs/index.html
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