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G8 Gipfel und das Thema Energie



 
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Was haltet Ihr von dieses Sparmaßnahmen in Japan?
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Nix. Das ist nur behämmert
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Joanie
Gast






BeitragVerfasst am: 08.07.2008, 07:20    Titel: G8 Gipfel und das Thema Energie Antworten mit Zitat

Es ist wieder soweit. Ein G8 Gipfel findet statt. Diesesmal ist Japan Gastgeber. Neben Themen wie "Hungersnöte" und "teuren Öl" ist natürlich das Thema Energie im dem Spielplan. Jedes Land braucht seinen Anteil an Energie. Das ist glaube ich unstrittig. Jedoch wie man dies prodoziert und auch sparen kann. Da gibt es sehr verschiedene Meinungen. So vertreten vioele Länder die Meinung, dass die Energie über Atomkraftwerke erfolgen soll. Deutschland dagegen hat einen Atomausstieg geplant.

Ich selber bin für regenerierbare Energien. Das heißt, man sollte Wind, Sonne und Wasser aber auch Erdwärme mehr nutzen. Es gibt sogar mittlerweile Techniken (was ich sehr klasse finde) die die Hitze in Stahlhochöfen, wo die ja "nur" ein Abfallprodukt ist, als Energiequelle verwenden.

Meister in Energiesparen sind wieder mal die Japaner. Mit teilweise sehr banalen Ideen wie weniger Nutzen des Aufzuges und sowas sparen sie viel ein.

Aber jetzt erstmal, was die G8 eigentlich ist.

Der Gruppe der Acht (G8) gehören neben Deutschland die Vereinigten Staaten, Japan, Großbritannien, Kanada, Frankreich und Italien an (G7) sowie Russland. Sie ist aus der Gruppe der 7 hervorgegangen, der Russland noch nicht angehörte. Daneben ist in dem Gremium auch die Europäische Kommission mit einem Beobachterstatus vertreten. Den Vorsitz übernimmt jeweils ein Land für die Dauer eines Jahres. Die G8 gilt nicht als internationale Organisation, sondern vielmehr als internationales Netzwerk, welches zwar auch auf Normen und Regeln beruht, allerdings keine inhaltlichen oder substanziellen Vorschriften besitzt. Ihre Treffen sind informell, um in „entspannter Runde“ globale Themen und Probleme zu beraten. Die G8-Länder vereinigen in Kaufkraftparitäten gemessen ca. 50 % und in tatsächlichen Preisen gemessen zwei Drittel des Welthandels und des Weltbruttonationaleinkommens (BNE) in sich. Von der Weltbevölkerung leben zwischen 13 % und 14 % in den G8-Ländern. Auf dem jährlichen Weltwirtschaftsgipfel treffen sich die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten und anderer Staaten. Kurz zuvor kommen die Außenminister der Staaten zusammen und erörtern speziell außenpolitische Themen. Daneben gibt es im Rahmen des G8-Prozesses ständige Konsultationen unter den Vollmitgliedern.

in "der Welt" hab ich zum Thema Energiesparen in Japan diesen Artikel gelesen:

Vorbild Japan
Die besten Rezepte gegen Energieverschwendung


Die Energiekrise beschäftigt die G-8-Staaten in Japan. Das Atomkraft-Land weiß Rat. Dort gehen Mitarbeiter früher nach Hause, um der Firma Strom zu sparen. Keiner trägt Krawatte, da mit offenem Hemd Klima-Anlagen weniger gebraucht werden. Und Produkte wie Hybrid-Autos von Toyota weisen in die Zukunft.

Wenn die Maschine von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Richtung Japan abhebt, schwebt die Regierungschefin mit ihrem Flug in Richtung aufgehender Sonne gleichsam auch der Lösung all ihrer politischen Probleme entgegen. Denn was es auch sei: Der Streit um Pendlerpauschale, Klimaschutz und Atomausstieg – oder die Sorgen über eine rasant steigende Inflationsrate: Der kleinste gemeinsame Nenner allen politischen Ungemachs ist für die Kanzlerin in diesen Tagen stets die Frage nach bezahlbarer Energie.

In diesem Feld ist Japan nicht nur für Merkel das Land der Verheißung: Von Montag an treffen sich hier, in Toyako auf der Insel Hokkaido, die Staats- und Regierungschefs der acht wichtigsten Industrienationen, um über die Folgen des jüngsten Ölpreisschocks und die Zukunft des internationalen Klimaschutzes zu beraten.

Einen besseren Ort und kompetenteren Gastgeber als Japans Premierminister Yasuo Fukuda hätten die sogenannten G-8-Länder für ihr jährliches Treffen nicht wählen können. Denn Japan ist Effizienzweltmeister und in der Disziplin Energiesparen unerreichtes Vorbild für alle anderen Industrienationen, Deutschland eingeschlossen. Während Deutschland rechnerisch die Energie aus 180 Tonnen Erdöl braucht, um eine Million Dollar Bruttoinlandsprodukt zu erwirtschaften, schafft Japan dieselbe Wertschöpfung mit weit weniger Energieeinsatz – nämlich 110 Tonnen Erdöl-Äquivalent. Damit ist die japanische Wirtschaft sogar fast doppelt so effizient wie die amerikanische, die für die Produktion von einer Million Dollar Bruttoinlandsprodukt sogar die Energie aus 210 Tonnen Erdöl verbraucht.

Dem Inselreich gelang sogar das Kunststück, seit der ersten Ölkrise im Jahr 1973 das Bruttoinlandsprodukt zu verdoppeln - und den Energieverbrauch im Industriesektor dabei konstant zu halten. Geburtsstunde des Effizienzwunders war eben jener Ölpreisschock von 1973. Die Wirtschaft, bis dato an Wachstumsraten von über acht Prozent gewöhnt, rutschte binnen weniger Monate in die erste tiefe Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg.

"Die Gesellschaft war in Panik, dass die gesamte Wirtschaft ausgelöscht wird", erinnert sich Masanobu Ishikawa, Professor an der Universität Kobe und Experte für Energieeffizienz. Regierung und Wirtschaft einigten sich auf ein radikales Notprogramm: In den Fabriken umwickelten Arbeiter in einer Art Erste-Hilfe-Aktion alle Warmwasserrohre mit Lumpen. In Arbeitspausen wurde sofort das Licht ausgeschaltet und alle Maschinen abgestellt. Industrie und Regierung brachten ein beispielloses Investitionsprogramm auf den Weg: Innerhalb weniger Jahrzehnte baute das rohstoffarme Japan 56 Atomkraftwerke, um sich gegen künftige Ölpreisschocks zu wappnen und von teuren Energieimporten unabhängig zu machen.

Die Entwicklung energiesparender Technologien lief bald auf Hochtouren. Die japanische Stahlindustrie war weltweit die erste, die begann, die Abwärme der Kokereien in elektrischen Strom umzuwandeln. Noch heute verbrauchen Europas Stahlkocher zehn Prozent mehr Energie zur Herstellung einer Tonne Stahl als die japanischen Hersteller.

Energiesparen ist in Japan ein Volkssport geblieben. Die Regierungen der westlichen G-8-Länder können sich am Rande ihres Gipfeltreffens hier viele Tipps abholen, wie Klimaschutz und Energiesparen mit geringem Aufwand beachtliche Resultate bringt. Legendär etwa die landesweite Krawattenächtung durch die "Cool-Biz"-Kampagne des früheren Premierministers Junichiro Koizumi: Der Premier hatte Japans Angestellte im Sommer 2005 aufgefordert, im Büro keine Krawatten mehr zu tragen, sondern luftige und atmungsaktive Hemden. Eine Bekleidungsvorschrift, an die sich auch der Premier hielt – indem er bei Fernsehinterviews fortan konsequent auf Krawatten verzichtete. Ziel der textilen Umgewöhnung: Die Büros sollten landesweit nicht mehr auf 24 bis 26 Grad Celsius heruntergekühlt werden müssen, wie bis dato üblich, sondern nur noch auf 28 Grad Celsius. Untersuchungen der Regierung ergaben, dass durch die Drosselung der Klimaanlagen allein im Jahre 2006 der Ausstoß von 1,14 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden wurde – was dem monatlichen Ausstoß von 2,5 Millionen Haushalten entspricht.

Blaupause für Europa: Das japanische "Top Runner"-Modell

Bei den Energiesparbemühungen zieht die Industrie ohne Einschränkungen mit: Der Autobauer Toyota etwa startet in diesem Jahr seine "Light-down"-Aktion. Jede Abteilung soll einmal im Monat geschlossen früher als üblich nach Hause gehen. So kann die gesamte Bürobeleuchtung abgeschaltet werden. Und noch immer gilt im Toyota-Hauptquartier in Tokio die Devise "Eins rauf, zwei runter". Wer ein Stockwerk rauf oder zwei Etagen runter muss, soll dafür das Treppenhaus benutzen - um den Strom für den Fahrstuhl zu sparen.

Geradezu zur Blaupause für die deutsche und europäische Umweltpolitik hat sich das japanische "Top-Runner"-Modell bei Haushalts- und Elektronikgeräten entwickelt. Nach dieser Methode legen japanische Behörden schon seit 1998 den Effizienzstandard von inzwischen 21 Produktgruppen fest – vom Auto bis zur beheizten Klobrille. Das jeweils sparsamste Modell einer Gerätegeneration gibt dabei den Mindeststandard für die kommende Generation vor. Diesen Standard muss nicht jedes einzelne Produkt einer Produktgruppe erfüllen, die Hersteller müssen die Hürde jedoch mit dem Mittelwert all ihrer Produkte überspringen.

Das hört sich unternehmensfreundlich an, doch in Wirklichkeit peitscht es die Hersteller zu einem rasanten Entwicklungsrennen an. Denn Geräte, die besser als verlangt abschneiden, werden mit einen Grünen "e" ausgezeichnet, Versager umsatzmindernd mit einem orange "e" gebrandmarkt. Das Programm soll demnächst in ähnlicher Form auch in Europa eingeführt werden. Denn seit sich die japanischen Firmen im Wettbewerb die Latte selbst immer höher legen, hat sich die Energieeffizienz vieler Geräte mehr als verdoppelt.

Autobauer aus Japan mischen den Markt mit Hybrid-Technik auf

Dieses Denken und Bewusstsein hat der japanischen Automobilindustrie im Wettbewerb mit der europäischen und amerikanischen Konkurrenz zeitweise bereits einen beachtlichen Wettbewerbsvorsprung beschert. So wurde der Kohlendioxidausstoß in der Autoproduktion um 33 Prozent gesenkt. Toyota und Honda mischen mit ihren Hybrid-Autos, die Benzin- und Elektroantrieb vereinen, den globalen Automarkt auf. Den größten Teil der jährlich 3,9 Milliarden Dollar Forschungsgelder für Energie investiert das Land inzwischen in die Entwicklung der nächsten schadstofffreien Antriebsart, der Brennstoffzelle.

Mit seinem Vorbild sollte Japan den Regierungschefs der G-8-Staaten eigentlich genug Inspiration für neue Wege in der Energieeffizienz und im Klimaschutz geben können. Doch in deutschen Regierungskreisen ist man bemüht, zu hohe Erwartungen an den Gipfel gar nicht erst aufkommen zu lassen. Grund: So kurz vor den Präsidentschaftswahlen in den USA rechnet niemand damit, dass sich die führende Wirtschaftsmacht der Welt zu neuen Zugeständnissen im Klimaschutz bereit erklärt.

Im Gegenteil, man befürchtet in deutschen Regierungskreisen, dass der scheidende US-Präsident George W. Bush vor seinem Abgang noch einmal das Rad beim Klimaschutz zurückdrehen und seine Zusagen vom vorangegangenen G-8-Treffen im Ostseebad Heiligendamm wieder kassieren könnte. "Wenn jetzt keine Rückschritte gegenüber den Ergebnissen von Heiligendamm gemacht werden", glaubt jedenfalls Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), "dann ist das schon ein relativer Erfolg."
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Tags
Auto, Deutschland, Geld, Politik, Reise, USA, Wirtschaft

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