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Inzest-Drama von Amstetten



 
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Joanie
Gast






BeitragVerfasst am: 29.04.2008, 21:21    Titel: Inzest-Drama von Amstetten Antworten mit Zitat

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, ist im moment eine sehr grausame Geschichte in aller Munde.

Für mich gehört der Kerl einfach nur weggesperrt und nie wieder rausgelassen


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Ein paar Pressestimmen:

Die Familientragödie von Amstetten bekommt immer konkretere Konturen. So wurde das Verlies bei der Baubehörde beantragt und genehmigt, der Inzest-Vater Josef Fritzl machte Urlaub in Thailand, während seine Kinder im Keller eingesperrt waren. Im Verhör soll Fritzl gesagt haben: "Ich habe Elisabeth eingesperrt, um sie vor Drogen zu schützen."

Die Grundzüge des Inzest-Falls von Amstetten sind aufgeklärt – doch viele Fragen bleiben. Josef Fritzl, der seine heute 42-jährige, Tochter 24 Jahre lang in einem Keller gefangen hielt, hat die Tat mittlerweile gestanden. Er gibt auch zu, dass er mit ihr sieben Kinder gezeugt hat. Eines starb nach der Geburt, er verbrannte es in einem Heizkessel. Und mit der Tochter sperrte er auch drei seiner Kinder in dem Keller ein. All diese Verbrechen sind aufgeklärt. Doch wie die österreichische Zeitung "Heute" berichtet, fuhr Fritzl während der 24 Jahre auch in den Urlaub.
Die Zeitung berichtet, dass er nach Thailand jettete. Vorher habe er den eingesperrten Menschen mehr Essen als sonst da gelassen. Inzwischen ist auch klar, wie Fritzl die Nahrungsversorgung geregelt hatte. "Heute" berichtet, dass der 73-Jährige alle drei Tage in den Keller gegangen sei, um seine Opfer mit Nahrung zu versorgen. Diese wiederum hortete er in einer Speisekammer.

Der deutsche Kriminologe Christian Pfeiffer erhob gegenüber der Zeitung "Der Standard" schwere Vorwürfe. Er sagte, es sei unvorstellbar, "dass die Ehefrau des Mannes nichts mitbekommen haben will. Im Fall von Amstetten ging es über 24 Jahre. Abgesehen von aller Grausamkeit stellt einen das ja auch vor ein logistisches Problem." Pfeiffer fragt sich, was war, wenn Fritzl beispielsweise krank war. Wer hat dann die Opfer mit Nahrung versorgt? Außerdem merkt er in dem Interview an, dass es Baubewegungen gegeben haben muss. Pfeifer vermutet eher, dass Fritzl enormen Druck auf seine Frau ausgegübt habe: "Es ist zu vermuten, dass der Mutter ganz massive Schuldgefühle gemacht wurden – nach dem Motto: Wenn das auffliegt, dann wird das auch dir angelastet, weil du nichts unternommen hast. Offenbar war der Vater das Oberhaupt der Familie, dem die Untertanen zu gehorchen hatten."

Auch zu dem Kellerverlies kommen immer neue Details an die Öffentlichkeit. Die österreichische Zeitung "Kurier" berichtet, dass es sich bei dem Kellerverlies um einen Schutzraum handelt, der behördlich beantragt und genehmigt war. Ein Sprecher der Stadtgemeinde Amstetten sagte dem Blatt, dass es Ende der 70er-Jahre einen baubehördlichen Antrag für die Errichtung eines Schutzraumes gegeben habe. Dieser sei auch genehmigt und daraufhin gebaut worden. Die Innenräume sollen dazu ausgelegt worden sein, dass man dort mindestes zwei Wochen ohne Verbindung mit der Außenwelt überleben kann.

Die österreichische Zeitung "Krone" berichtet unterdessen Details aus dem Verhör des 73-Jährigen Josef Fritzl. Er soll sich auch zum Motiv geäußert haben: "Ja, ich habe Elisabeth eingesperrt. Aber nur, um sie vor Drogen zu schützen. Sie war ein schwieriges Kind." Als er gefragt wurde, warum er nur drei seiner sieben Inzest-Kinder ans Tageslicht ließ, soll Fritzl gesagt haben: "Die haben mir unten im Keller zu viel geschrien."

Gerhars Sedlacek von der Staatsanwaltschaft St. Gallen sagte, dass die Gummizelle, die in dem Verlies gefunden wurde, existiert haben soll, um epileptische Anfälle zu „therapieren“. Wer unter Epilepsie gelitten haben soll, ist bisher nicht bekannt.

Gestern sahen die drei eingesperrten Kinder, die 19-jährige Kerstin, der 18-jährige Stefan und der fünfjährige Felix, zum ersten Mal seit ihrer Geburt Tageslicht. Betreuer, die sich nun um die Kinder kümmern, beschrieben sie gegenüber der Zeitung "Krone" als "extrem verhaltensgestört und ängstlich".

Die Nachrichtenagentur AP meldet, dass Josef Fritzl derzeit bei einem Psychiater ist. "Dieser macht eine Exploration, um ihn einordnen zu können. Und ich gehe davon aus, dass im Anschluss dann die Vorführung zum Haftrichter erfolgt“, sagte Mörwald, Leiter der Justizanstalt St. Pölten. Fritzl wurde den Angaben zufolge in einer Zweier-Zelle untergebracht, um die Gefährdung eines Suizids auszuschließen. "Einen größeren Haftraum haben wir aus bestimmten Gründen nicht gewählt, um auch dem Schutzbedürfnis des Herrn F. nachkommen zu können“, sagte Mörwald. „Es ist generell so, dass Sittlichkeitstäter einen sehr schweren Stand in der Justizanstalt haben, und dass wir diesbezüglich besonders gefordert sind, für die Sicherheit dieser Insassen zu sorgen.“


Der Inzest-Fall von Amstetten ist einzigartig. Fast weltweit fragen sich die Menschen: Warum sperrt ein Mann seine Tochter 24 Jahre lang ein und missbraucht sie? Von Sigmund Freud, dem Wiener Walzer bis hin zur Habsburgischen Monarchie – so gut wie jede österreichische Befindlichkeit muss als Antwort herhalten.

Kaum ein Kommentar zum Fall Amstetten wurde in den österreichischen Medien häufiger zitiert als der aus der spanischen Tageszeitung „El Pais“. Darin heißt es: „Perversion oder Krankheit.... Schon wieder in Österreich. So wie die Entführung von Natascha Kampusch. (...) Und wieder kam das aus Österreich, der Heimat von Freud, dem Geistesriesen, der uns die im Unbewussten schlummernde Sexualität erweckte.“

Dabei führt weder von Freud, noch von der verqueren österreichischen Geschichte, weder von Sisis Neurosen, noch von Kurt Waldheims Amnesie irgendein Weg in das Kellerverlies von Amstetten. Aber in der hektischen Suche nach einer Antwort nach dem Warum füllen populäre Zitate schnell die Lücken, die logische Erklärungen offen lassen müssen.

Medien auf der ganzen Welt sind geschockt, was in dem Kellerverlies hinter der gutbürgerlichen Fassade in dem österreichischen Ort Amstetten vor sich ging. Immer wieder wird in Tageszeitungen oder ausländischen TV-Sendungen der Vergleich zu dem Entführungsfall Natascha Kampusch gezogen. „Kampusch zum Quadrat“ titelt zum Beispiel die niederländische Zeitung „Het Nieuwsblatt“.

Auch die „New York Times“ vergleicht den Fall mit der Entführung von Natascha Kampusch: „Bis jetzt galt vielen Österreichern die Entführung von Natascha Kampusch als der Inbegriff der Verdorbenheit seit der Nachkriegszeit in ihrem Land. Aber als die neusten Details zu dem aktuellen Fall in Amstetten nun die Öffentlichkeit gelangen, ist schnell klar, dass ein einfacher Vergleich der beiden Fälle kaum möglich ist. Beide haben eine Dimension, die für normale Menschen nur schwer zu begreifen sein muss.

Auch haben die Ereignisse eine schmerzhafte Frage aufkommen lassen: Wie konnten diese beiden grauenhaften Verbrechen so kurz hintereinander in einem Land wie Österreich geschehen. Einem Land, das bekannt und berühmt für seine Gemütlichkeit, Gastfreundschaft und seine Postkarten-Idylle ist. Es gibt keine einfache Antwort auf eine solche Frage, soviel steht fest."
„Immer Inneren der Höhle des Teufels“ schreibt die britische Boulevardzeitung „The Sun“ und beschreibt damit das schreckliche Verlies im Hause von Josef Fritzl.
„Frantic Fritzl“, schreibt das Blatt weiter, habe zwei Familien gehabt. Eine oberhalb des Kellers und eine unter der Erde in seinem grauenhaften Verlies. Dort habe der Mann seine Tochter und deren drei Kinder wie Tiere gehalten. Die Zeitung „Daily Mirror“ erklärt den Österreicher zum „teuflischsten Vater der Welt“.
Die niederländische Tageszeitung „Dagblatt“ beschreibt den Zustand der Österreicher in diesen Tagen: „Was ist bloß in unserem Land los“, Diese Frage stellen sich die meisten Österreicher nach Bekanntwerden der unglaublichen Tragödie von Elisabeth F. die 24 Jahre lang durch ihren eigenen Vater missbraucht und eingeschlossen wurde.
Die italienische Tageszeitung „La Stampa“ bemüht sich um genau diese Erklärungen: "Wie oft ist es passiert im Felix Austria, dass hinter der scheinbaren Perfektion sich Gespenster, Neurosen, Wahnsinn verstecken. Nicht umsonst hat Freud im Zentrum der Habsburgischen Monarchie die Abgründe der menschlichen Seele erforscht und versteckte Wunden entdeckt, die immer bereit sind, sich wieder zu öffnen und zu eitern. (...) Serienmörder und Perversionen sind natürlich keine österreichische Exklusive.
Doch nur dort verbinden sie sich mit Walzer, Jodel und Kuckucksuhren. Nur dort kann Wahnsinn jahre-, jahrzehntelang mit derselben stillen, bürokratischen Ausdauer lodern, die das Habsburgische Reich legendär gemacht haben. In diesem Josef F., der sieben Kinder mit der Tochter erzeugt hat, die er vergewaltigte, steckt etwas ungeheuerlich Biedermeierisches. Etwas ungeheuerlich und einzigartig Österreichisches."
Auch die spanischen Zeitungen „El Pais“ beschäftigt der seelische Zustand eines Landes, das nun ein zweites grausames Verbrechen kollektiv zu verarbeiten hat. Die Tageszeitung schreibt: "Dieses Mal ist es ein Vater, der seine eigene Tochter gefangen hält und mit ihr außerdem mehrere Kinder hat. (...) Und das über Jahre. In Gegenwart einer kalten, abwesenden Gesellschaft, die ohne Zweifel weggeschaut hat. (...) Und wieder kam das aus Österreich, der Heimat von Freud, dem Geistesriesen, der uns die im Unbewussten schlummernde Sexualität erweckte. Es erscheint unverständlich, dass ein Vater (...) seine eigene Tochter (...) in einen Keller sperrt, sich sexuell an ihr vergeht und Kinder-Enkel mit ihr hat. Damit erfüllten sich möglicherweise die "geheimen und perversen" Fantasien, auf die uns Freud aufmerksam machte."

Eine Lösungsvorschlag macht die britische Tageszeitung „The Times“: "Die Österreicher rufen nun nach Gesetzen, doch neue Gesetze werden kaum neue Grausamkeiten verhindern. Wirkungsvoller ist das Entsetzen, das der Skandal in Amstetten hervorgerufen hat. Eine der Lehren aus dieser Tragödie ist, dass eine Gemeinschaft ohne wirkliche zwischenmenschliche Kommunikation keine Gemeinschaft ist."


Der Inzest-Fall von Amstetten erschüttert Österreich: Wie kann ein Mensch wie Josef Fritzl seine Tochter 24 Jahre lang einsperren? Angeblich habe er sein Kind nur schützen wollen, erklärt der 73-Jährige beim Verhör sein Motiv. Und auch die Jugendbehörde glaubt, keine Fehler gemacht zu haben.

Die Antwort, die der 73-jährige Josef Fritzl seinen Vernehmern auf die Frage nach dem Warum gab, war so einfach wie unglaublich. Warum sperrt ein Vater seine 18-jährige Tochter in den Keller, lässt sie nie wieder das Tageslicht sehen, 24 Jahre lang? Warum baut er ihr ein Bad, eine Kochnische, ein zweites und drittes und viertes Schlafzimmer, prügelt sie, missbraucht sie, bis sie ihm Kind um Kind gebiert, sieben insgesamt, alle gezeugt im Inzest?

Drei dieser Kinder hat Fritzl in einem Verlies im Keller seines Hauses aufwachsen lassen, ohne Sonnenlicht, ohne Himmel, ohne einen anderen Menschen als die Mutter. Warum? Drei andere hat er zu sich und seiner angeblich ahnungslosen Ehefrau Rosemarie genommen, adoptiert, weil die Tochter angeblich in einer Sekte lebte – das Gerücht hatte er selbst in die Welt gesetzt.

Josef Fritzl dürfte über 24 Jahre lang hinweg ein perfektes Doppelleben geführt haben, sagt Franz Polzer, Polizeichef von Niederösterreich. Der 73-Jährige habe sowohl mit der Ehefrau als auch mit der Tochter jeweils sieben Kinder gezeugt. Ein Baby der Tochter sei nach der Geburt gestorben. Josef Fritzl gab an, er habe den Leichnam im Heizofen verbrannt. Bei dem Inzest habe er keine Gewalt angewendet, behauptete er zunächst; bis er gestern, so die Polizei, doch gestand: Geschlagen und vergewaltigt habe er seine Tochter, ja. Ob die Kinder auch missbraucht wurden, werde derzeit ermittelt, hieß es bei den Ermittlern.

Warum dieses unbegreifliche Verbrechen? Er habe Elisabeth beschützen wollen, war die erstaunliche Antwort des Josef Fritzl. Volle zwei Tage brauchte es bis zu dieser Erklärung. „Er hat ausgesagt, seine Tochter sei zweimal weggelaufen, er habe befürchtet, sie könne ins Drogenmilieu geraten“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten, Gerhard Sedlacek.
Die Polizisten, denen sich die heute 42-jährige Elisabeth am Samstag anvertraute, trafen eine Frau mit schlohweißem Haar, „äußerst verstört und in äußerst schlechter körperlicher Verfassung“. Was sie den Beamten berichtete, „konnten sie anfangs nicht glauben“, sagte der Leiter des Landeskriminalamtes.

Für das Verbrechen, das am vergangenen Samstag in Amstetten ans Licht kam, einem kleinen Ort, rund 100 Kilometer westlich von Wien, fehlen selbst erfahrenen Polizisten, Ärzten und Psychologen die Worte. Als helfe es zu verstehen, was in dem grauen Mehrfamilienhaus geschah, veröffentlichten die Behörden ungewöhnlich schnell zahlreiche Details: Bilder und Grundriss des knapp 60 Quadratmeter großen Gefängnisses, das Josef F., ehemals Elektrotechniker, seiner „Familie“ baute.

Plastikblumen und Kinderstuhl

Ein provisorisches Bad, ein alter Alibert-Schrank mit einem Spielzeugelefanten darauf, in einem Joghurtbecher steht eine Zahnbürste. Ein Strauß Plastikblumen, ein Kinderstühlchen, die kleinen Schlafräume sind geschmückt, mit Sternen und Zeichnungen. Eine Illusion der Normalität. Ein Fernseher mit Videorekorder und ein Radio waren offenbar die einzige Verbindung zur Außenwelt. Das Verlies hat keinen Ausgang, keine Fenster, 1,70 hohe Decken, ist gesichert mit einer Stahlbetontür mit Elektromotor, nur per Fernbedienung mit Zahlencode zu öffnen, erreichbar durch einen fünf Meter langen Gang und ein Schlupfloch. Der Eingang war hinter einem Regal versteckt. 24 Jahre lebte Elisabeth Fritzl hier, drei ihrer Kinder durften es bis vergangenen Samstag ebenfalls nie verlassen.

Die „Bestandsaufnahme“ werde noch eine Weile andauern, hieß es gestern bei der Staatsanwaltschaft unfreiwillig doppeldeutig – gemeint war die Spurensicherung, doch wird auch die Suche nach Verantwortlichen andauern. Die zuständige Jugendbehörde und deren Leiter, Hans Lenze, versicherten, sie hätten sich „nichts vorzuwerfen“.

Die drei anderen Kinder, die offiziell bei dem großelterlichen Paar lebten, seien damals nach ihrem Auffinden medizinisch untersucht und „in gutem gesundheitlichen Zustand“ gewesen, sagte Lenze. Am 19.Mai 1993 war ein neun Monate altes Mädchen vor dem Haus der Familie „gefunden“ worden. Bei dem Baby lag ein Begleitbrief, so Josef Fritzl, in dem Mutter Elisabeth um Hilfe für das Kind bat. Die Großeltern hätten das Kind adoptieren dürfen, da es keine Anzeichen für Unstimmigkeiten gegeben habe. 1994 kamen ein zehn Monate altes Mädchen, drei Jahre später ein damals 15 Monate alter Junge hinzu. Die Ehefrau des Verdächtigen, Rosemarie Fritzl, habe die drei „Findelkinder“ in „äußerst liebevoller Weise großgezogen“, so die Polizei, und von den unglaublichen Vorgängen im Keller nichts mitbekommen.
Niemand will etwas gemerkt haben
Der Bäcker von nebenan berichtete dem Internetportal oe24.at, das Ehepaar hätte regelmäßig bei ihm eingekauft, nie in großen Mengen. Ein Mann, der elf Jahre direkt neben dem Haus gewohnt hat, sagt dagegen: „Im Nachhinein kommt es mir schon seltsam vor, dass der älteste Sohn der Familie so viel Lebensmittel in das Haus brachte, dass er dafür eine Schubkarre brauchte.“
Für eine langjährige Schulfreundin des heute 42-jährigen Opfers ist es dagegen „einfach nur lächerlich“, dass niemand etwas geahnt haben will. Viele hätten gewusst, dass in dieser Familie so einiges nicht stimme. „Der Vater hat immer ordentlich Schläge ausgeteilt. Nicht mit der flachen Hand, sondern mit der Faust. Dabei mussten sie auf Holzscheiten knien. Die haben sich alle gefürchtet. Der Bruder hat einmal zu mir gesagt: ‚Irgendwann drischt uns die Drecksau noch tot'“, erzählt die Schulfreundin, während sie ein altes Foto aus ihrer Handtasche holt: „Das süße Mädchen mit dem rosa Pulli, dass ist die Lisi. Da war sie so ungefähr 16 Jahre alt. Kurze Zeit später war sie dann verschwunden“, erinnert sich die Frau. Im Haus der Fritzls sei sie nur zweimal gewesen. Und das auch nur „wenn der Vater nicht da war.“

Wie so viele im Ort kennt auch die Schulfreundin die „Gerüchte über strafrechtliche Dinge“, wie sie sich ausdrückt, Dinge, die dem jetzt verhafteten Familienvater angelastet wurden. „Er wurde verdächtigt, seine Pension im Nachbarort angezündet zu haben, um die Versicherung zu kassieren. Und man sagt, dass er sich bereits damals an der Lisi vergriffen haben soll.“

Dem widerspricht Bezirkshauptmann Lenze nicht, doch er sagt: „Was damals war, ist getilgt und daher behördenrechtlich nicht relevant.“ Dennoch werde man jetzt die Vergangenheit des Beschuldigten genau durchleuchten. „Da sind noch viele Fragen offen.“ Josef Fritzl besaß offenbar weitere Häuser, die jetzt genau untersucht würden.
Ein weiteres Verlies?
„Man muss schauen, ob es nicht ein weiteres Verlies gibt.“ Weder die 19-jährige Kerstin noch ihre beiden fünf und 18 Jahre alten Brüder haben das Verlies je verlassen. Während es den Jungen „erstaunlich gut“ gehe, liege das älteste Mädchen weiter im Koma, sagte Lenze.
Die junge Frau war vor einer Woche bewusstlos im Haus ihres „Großvaters“ gefunden und ins Krankenhaus gebracht worden – Um Informationen über die Krankheit zu erhalten, suchten jedoch die Ärzte über die Medien nach Elisabeth F. Im Fernsehen erfuhr die Gefangene davon – und konnte ihren Peiniger davon überzeugen, sie ins Krankenhaus zu bringen. Dort wurde sie zusammen mit Josef Fritzl aufgegriffen.

„Schlecht“ gehe es auch der Frau des mutmaßlichen Inzest-Vaters, sagt Lenze. Sie habe sich „immer rührend“ um die Kinder im Haus gekümmert, die in der Schule erfolgreich und gut integriert gewesen seien, ergänzt Polizeichef Polzer. Unwillkürlich wird auch über die „freien“ Kinder des Josef Fritzl in der Vergangenheitsform gesprochen. Mitleid mit seiner Familie, sagen die Beamten, habe F. in der Vernehmung nicht gezeigt.
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Joanie
Gast






BeitragVerfasst am: 02.05.2008, 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

Noch einbige Infos zu der ganzen Geschichte:

Das gespenstische Doppelleben des Josef Fritzl

Er ging in den Keller. Täglich um neun. Seine Frau durfte ihn dort nicht stören. Niemand wusste, was Josef Fritzl aus Amstetten dort unten tat, hinter der 300 Kilo schweren Tür. Außer denjenigen, die er im fensterlosen Verlies eingeperrt hatte. Eines der Kinder aus dem Keller liegt immer noch auf der Intensivstation, in kritischem Zustand.

Der Inzest-Täter von Amstetten soll seinen jahrelang eingekerkerten Opfern mit dem Tod durch Gas gedroht haben, falls sie ihn angreifen würden. Dies habe der 73-jährige Josef Fritzl im Verhör ausgesagt, berichtete der Sprecher des österreichischen Bundeskriminalamtes (BKA), Helmut Greiner, am Donnerstag. Diese Drohung könnte eine Erklärung dafür sein, dass die Tochter und ihre heranwachsenden Kinder es nie wagten, ihren Peiniger zu überwältigen. Experten des österreichischen BKA begannen am Donnerstag mit der technischen Untersuchung der rund 300 Kilogramm schweren Tür zu dem fensterlosen Verlies, in dem der 73-jährige Josef Fritzl seine Tochter Elisabeth 24 Jahre lang gefangen hielt und zum Inzest zwang. Durch diese Tür, so soll Fritzl seiner Tochter gedroht haben, werde Gas in das Gefängnis eingeleitet, falls ihm etwas zustoße.

Inzwischen berichtete die Schwägerin des geständigen 73-Jährigen, dass Fritzl vor etwa 40 Jahren bereits wegen Vergewaltigung in Haft gesessen habe. Christine R. (56) aus Enns, die Schwester von Fritzls Frau Rosemarie, sagte der Tageszeitung „Österreich“: „Der Sepp war ein Despot, ich habe ihn gehasst. Ich war 16, als er wegen einer Vergewaltigung eingesperrt wurde und ich fand das Delikt einfach widerlich, zumal er ja zu diesem Zeitpunkt mit meiner Schwester schon vier Kinder hatte.“ Bisher hat die Kriminalpolizei eine Strafe wegen Vergewaltigung für den Inzest-Täter nicht bestätigt.

Erst im Nachhinein aber bekommt der Tagesablauf ihres Schwagers für die 56-Jährige eine gespenstische Dimension: „Jeden Tag um neun Uhr Früh ging der Sepp in den Keller. Angeblich, um Maschinenpläne zu zeichnen, die er an Firmen verkauft hat. Oft ist er sogar über Nacht da unten geblieben. Rosi durfte ihm nicht einmal einen Kaffee bringen.“

Inzwischen arbeiten 35 Beamte einer Sonderkommission an dem nicht nur in Österreichs Kriminalgeschichte einzigartigen Fall, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Techniker wollen die elektronisch gesteuerte Tür auch daraufhin untersuchen, ob sie sich – wie Fritzl aussagte, nach einer bestimmten Zeit selbst öffnen würde.

Der Leiter der Kriminalabteilung Niederösterreich, Franz Polzer, wiederholte am Donnerstag erneut, dass es „keinerlei Hinweise auf Mitwisser und Mittäter“ gebe. Spekulationen, dass die Ehefrau des 73- Jährigen von dem Verlies wusste, bezeichnete der Kriminalist als unfair gegenüber der 68-Jährigen. „Das ist eine Sache, die sich nicht in das normale Denkvermögen einfügen lässt“, meinte Polzer. Die Kriminalpolizei will in den kommenden Tagen weitere Personen im Zusammenhang mit dem schrecklichen Verbrechen vernehmen. In Oberösterreich soll außerdem der Mord an einer 17-Jährigen vor 22 Jahren überprüft werden. Zum Zeitpunkt des Verbrechens hielt sich Fritzl in dem Gebiet auf. Der 73-Jährige, der in St. Pölten in Untersuchungshaft sitzt, will bis auf weiteres die Aussage verweigern. Er hat allerdings bereits ein weitgehendes Geständnis abgelegt. Wann die Opfer zu den Einzelheiten befragt werden können, ist nicht abzusehen. „Da haben die Ärzte das Wort. Und der Opferanwalt“, sagte Polzer.

Opfer werden jetzt ans Tageslicht gewöhnt.

Der Chefarzt der Klinik, in der Elisabeth F., ihre Kinder und Mutter betreut werden, hat eindringlich an die Medien appelliert, das Recht der Familie auf ihre Privatsphäre zu akzeptieren. „Die Familie braucht jetzt Zeit“, mahnte der Leiter der Landesklinik Amstetten- Mauer, Berthold Kepplinger, am Donnerstag. Man müsse verstehen, dass die Opfer jetzt nicht an die Öffentlichkeit treten wollten und „nach dem schrecklichen Martyrium ein Recht auf Privatsphäre“ hätten. Der ORF-Rundfunk hatte am Morgen berichtet, Beamte der Polizei Niederösterreichs hätten zahlreiche Pressefotografen von Bäumen in der Umgebung der Klinik verjagt, die Bilder aus den Wohnräumen der Familie schießen wollten. Eine Sprecherin der Klinik wollte dazu am Donnerstag nicht Stellung nehmen. Der Anwalt der Opfer betonte, dass seine Mandanten in absehbarer Zeit keinerlei Interviews geben werden. Der Tochter Elisabeth, ihrer Mutter und fünf ihrer Kinder geht es nach Auskunft der Ärzte den Umständen entsprechend gut. Die Betroffenen würden „sehr viel miteinander reden“, sagte Kepplinger. Die Opfer würden jetzt langsam an das Tageslicht gewöhnt. Außerdem gehe es arum, „Raumorientierungsstörungen Schritt für Schritt auszugleichen“.

Der Zustand der ältesten Tochter Kerstin (19) ist dagegen nach Angaben der Ärzte nach wie vor „kritisch, aber stabil“. Die junge Frau befinde sich auf der Intensivstation des Landesklinikums Amstetten weiterhin im künstlichen Tiefschlaf, werde beatmet und erhalte eine Nierenersatztherapie sowie Antibiotika, hieß es am Donnerstag. Das Mädchen hatte sein gesamtes Leben mit der Mutter im Keller verbringen müssen und war in der vergangenen Woche schwer krank in die Klinik gebracht worden. In der Folge kam der Fall ans Licht. Angesichts der sich häufenden, negativen Berichte in der internationalen Presse verteidigte Österreichs Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am Donnerstag die Alpenrepublik gegen Verurteilungen. In Wien sagte er bei einer Kundgebung zum 1. Mai: „Wir lassen nicht zu, dass ganz Österreich, dass unsere gesamte Bevölkerung von einem kriminellen, grausamen Einzeltäter in Geiselhaft genommen wird.“

http://www.welt.de/vermischtes/article1956272/Das_gespenstische_Doppelleben_des_Josef_Fritzl.html
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sayuri-sama



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BeitragVerfasst am: 08.05.2008, 11:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ich find das ja mal sowas von krass!
das echt keiner was gemerkt hat!
*kofpschüttel*

aber mal ganz ehrlich! TICKT DER ANWALT VN DEM NOCH GANZ RICHTIG??? der will der "nur" in die Klapse einweisen??? HALLO??
Lebenslänglich kanst mit anschließender sicherheits verwahrung!

die kinder tun mir total leid! *streichel* die können da gar nichts für und leiden sicher total unter dem ganzen presse rummel! können die blöden presse heinis die nciht in ruhe lassen? ne weil die ganzen blöden BILD leser ja jede kleinigkeit über die wissen wollen?
warum wollen die das? weil sie ihre eigenen probleme verdrängen und sich lieber kopfschmerzen holen, weil sie über die dinge andere nachgrübeln!
*AUFREG!*
drop
Ich scheife vom thema ab!

ich würde die frau auch anklagen, weil sie sich von ihrem mann hat so unterbuttern lassen, das sie nie nachgesehen hat, was im keller so vor sich geht!

sam
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InuKy
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BeitragVerfasst am: 08.06.2008, 08:31    Titel: Antworten mit Zitat

Als ich das las, konnte ich es nicht glauben. Ich war in Ägypten und dachte "Ach du Sch***". Ich fand es grauenhaft. Im Videotext stand nur eine kurze Zusammenfassung, aber doch fand ich das schon schlimm. Als ich das meinen Eltern zeigte, war es still. Totenstill. So hatte ich meine Eltern lange nicht mehr erlebt. Sie waren einfach sprachlos. Meiner Meinung nach sollte der Kerl Lebenslänglich bekommen. Die Sicherheitsverfahrung könnte man getrost weglassen, denn er ist ja schon alt. Aber trotzdem ... wie kann man das seiner eigenen Tocher antun?
Dann kam der Hammer. Ich las in der Zeitung, dass der Typ vielleicht keine Strafe bekommen soll, weil der Anwalt auf unzurechnungsfähig plädieren will. Bitte schön, wo ist der Typ unzurechnungsfähig? Ich bin an die Decke gegangen. Der Typ wusste, was er tut. 24 Jahre kann man nicht unzurechnungsfähig nennen. Okay, der Anwalt ist dazu verpflichtet, seinem Mandaten zu helfen, aber ich finde, dass kann er sich sparen. 24 Jahre kann man wirklich nicht unzurechnungsfähig nennen. Der ist noch in den Urlaub gefahren. Seelenruhig.
Mir tun die Kinder und die Elisabeth total Leid. Sie sind für immer gezeichnet. Vor allem die Kinder, die die ganzen Jahre im Keller verbracht haben. In der Zeitung am Sonntag war noch ein Text, der mich ein wenig berührt hat. Es stand was über die drei Kinder, die im Verlies gelebt haben. Ich glaube, dass war der 5jährige, der das gesagt hatte. Die Polizisten sind ja dann runter gegangen ins Verlies und wollten sie hochholen. Ein Polizist hatte den Kleinen auf dem Arm. Der schaute die Treppe hoch und und der Kleine sagte: "Ist da oben Gott?" "Ja, da oben ist Gott." hatte dann der Polizist geanwortet. Als ich das las, musste ich fast heulen. Man sollte den Fritzl einsperren und nie wieder herauslassen. Der hat von den drei unten im Verlies die Kindheit geraubt. Genauso wie seiner Tochter Elisabeth. Ich kann es immernoch nicht begreifen.
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